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Japan: Bevölkerungsrückgang und Arbeitskräftemangel führen zu höherer Angewiesenheit der Unternehmen auf Freiberufler

#Asien Kompakt l 2023-11-21

Kreuz und Quer durch Korea

ⓒ Getty Images Bank
Wegen des fortschreitenden Bevölkerungsrückgangs und des dadurch verursachten Arbeitskräftemangels steigen in Japan sowohl für neu eingestellte, als auch ältere herkömmliche Angestellte der Unternehmen die Gehälter. Es gibt in Japan trotzdem immer mehr Unternehmen, die allein mit ihren eigenen Arbeitskräften ihre Unternehmensaktivitäten nicht hundertprozentig ausführen können. Deshalb wenden sich immer mehr japanische Unternehmen für wichtige Managementaufgaben, darunter Unternehmensplanung und Personalreform, zunehmend an externe Experten. 

Die japanische Zeitung „Nihon Keizai Shimbun“ berichtet, dass die Zahl der von japanischen Unternehmen im vergangenen Jahr an freiberufliche Experten vergebenen Aufträge insgesamt 113.000 beträgt und gegenüber dem Jahr 2018 mit 28.000 um über das Vierfache gestiegen ist. Laut einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Circulation suchten 27 Prozent der Unternehmen für Arbeiten im Zusammenhang mit der Einstellung und Schulung externe Hilfe. 25 Prozent der Unternehmen setzten für die Erstellung mittelfristiger Managementpläne und -strategien und 21 Prozent für Arbeiten im Zusammenhang mit der Personalverwaltung und den Arbeitsbeziehungen externe Experten ein. 

Dass nun Freiberufler sogar auch für früher von festangestellten wichtigen Arbeitskräften übernommene Aufgaben wie Unternehmensplanung und Personalfragen eingesetzt werden, ist auf den Mangel an Talenten mit Fachwissen zurückzuführen. Die Zahl der bei den fünf größten Personalagenturen, darunter Mirai Works und Persol Career, registrierten freiberuflichen Experten belief sich im Jahr 2022 auf 230.000 und ist gegenüber dem Jahr 2018 mit 87.000 um das fast Dreifache gestiegen. Dass es nun mehr Unternehmen gibt, die ihren Mitarbeitern Nebenbeschäftigungen erlauben, wird auch als ein Faktor für die Erhöhung der Zahl der externen Fachkräfte analysiert. 

Nach Keidanren, der größten japanischen Wirtschaftsorganisation, erlauben etwa 80 Prozent der Unternehmen mit mehr als 5.000 Mitarbeitern ihren Arbeitskräften Nebenjobs. Laut der Freiberufler-Vermittlungsagentur Lancers beträgt die Zahl der Freiberufler in Japan mit Stand von 2021 15,77 Millionen und ist gegenüber dem Jahr 2015 um 70 Prozent gestiegen. Damit macht sie an der gesamten Erwerbsbevölkerung einen Anteil von über 20 Prozent aus. Das bedeutet, dass sich die Unternehmen ohne Freiberufler nicht mit notwendigen Arbeitskräften versorgen können.

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