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Wirtschaft

Hongkonger übernachten wegen schwindelnden Mietpreisen in Fastfood-Restaurant

#Asien Kompakt l 2018-08-08

Kreuz und Quer durch Korea

ⓒ YONHAP News

Hongkong hat die teuersten Immobilienpreise und Mieten der Welt. Wegen den astronomischen Wohnpreisen verbringen immer mehr Hongkonger die Nacht bei McDonalds.


Laut der "Southchina Morning Post" hat die Zahl der sogenannten McDonalds-Flüchtlinge, die in einer Filiale der Fastfood-Kette übernachten, in den letzten fünf Jahren um das Sechsfache zugenommen. 334 Bewohner von Hongkong übernachteten in den letzten drei Monaten mindestens einmal bei dem Schnellrestaurant. Dort können sie zudem den Waschraum benutzen und der Hitze entkommen 


In Hongkong gibt es 110 McDonalds-Filialen. Bei 84 wurden Obdachlose gesehen. Streng genommen sind diese Menschen, die in dem Burgerrestaurant übernachten, aber keine Obdachlosen. 57 Prozent von ihnen haben einen Beruf und 71 Prozent haben sogar eine Wohnung.Der Grund, weshalb sie es sich in den Restaurants der Kette gemütlich machen ist der, dass sie damit Stromkosten für die Klimaanlage sparen können. Einige übernachten dort, weil sie sich damit die Pendelei sparen können. 


In ihrer eigenen Wohnung müssten sie auf weniger als zwei Quadratmeter wie in einem Käfig, ohne Fenster und mit schlecht funktionierender Klimaanlage auskommen. Diese Wohnboxen sind dennoch für Bewohner mit einem durchschnittlichen Einkommen kaum bezahlbar. Dazu gibt es nur ein heruntergekommenes Gemeinschaftsbad mit einer Toilette für mehrere Personen. 


Die Wohnungsnot hat sich in Hongkong in den vergangenen Jahren extrem verschärft seitdem 1997 die Finanzmetropole an China zurückfiel und zahlreiche Chinesen vom Festland auf die Insel übersiedelten.


Viele Hongkonger hoffen deshalb darauf, eine der günstigeren Sozialwohnungen zu bekommen. Deren Zahl ist jedoch begrenzt. Nach Stand von März befanden sich 270.000 Personen auf der Warteliste für eine Sozialwohnung. 

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