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Wirtschaft

Interessante Suchwörter der letzten Tage

#Suchwort Aktuell l 2018-09-14

Kreuz und Quer durch Korea

ⓒ YONHAP News

Das Interesse der Netzbürger weckte die Forderung, dass auf dem Gelände des ehemaligen Stützpunktes der US-Streitkräfte in Yongsan in Seoul statt eines Ökoparks Mietwohnungen gebaut werden sollen. Angesichts der immer weiter steigenden Wohnungspreise überprüft die Regierung die Möglichkeit, für die Erweiterung der Wohnungsangebote Teile des Grüngürtels in Seoul aufzugeben. In dieser Lage wird nun das Gelände in Yongsan erwähnt. Auf der Homepage des Blauen Hauses für Bürgerbittgesuche sind gegenwärtig mehr als 200 Petitionen in Bezug auf den Bau von Mietwohungen in Yongsan zu finden. Es wird behauptet, dass der Anstieg der Wohnungspreise in Seoul gedrosselt werden könne, wenn auf dem Gelände in Yongsan im Zentrum Seouls mehr als 50.000 Mietwohnungen gebaut werden. Wenn Mietwohnungen am Rande der Stadt Seoul gebaut werden, müssen auch dementsprechend für die Menschen, die in Seoul arbeiten, mehr Verkehrsmittel angeboten werden. Werden die Wohnungen in Yongsan gebaut, entfalle dieses Problem. Wenn das Gelände in Yongsan zu einem Ökopark entwickelt würde, habe dies den unerwünschten Nebeneffekt, dass die Wohnungen in der Umgebung teurer werden. Für die Nutzung des Geländes als Stützpunkt der US-Streitkräfte wurden Steuern der Bürger eingesetzt. Nun solle das Gelände von den Bürgern genutzt werden. Baute man dort eine große Anzahl von Wohnungen, brauche die Regierung den Grüngürtel nicht zu opfern. Das betreffende Gelände hat eine Fläche von insgesamt rund 3,5 Millionen Quadratmeter. Die Regierung hat vor, das Gebiet bis 2027 zu einer großen Parkanlage ähnlich dem Central Park in New York zu entwickeln. Dies war auch ein Wahlversprechen von Präsident Moon Jae-in. In den Kommentaren der Netzbüger war zu lesen, dass die Preise der Wohnungen in der Umgebung selbstverständlich steigen, wenn dort ein Park angelegt wird. Es sei eine gute Idee, dass Mietwohnungen in einer Gegend gebaut werden, in der die Wohnungspreise hoch sind. Ein Netzbürger schrieb, es sei ihm egal, welche Maßnahmen die Regierung trifft. Entscheidend sei, dass der Anstieg der Wohnungspreise aufgehalten werde. 


Im Suchwort-Ranking war auch das Wort Queer-Festival zu finden. In Südkorea wurde in Seoul im Jahr 2000 erstmals ein Queer-Festival veranstaltet, und seitdem findet es in verschiedenen Städten statt. Das Festival wird aber jedes Jahr von heftigen Diskussionen begleitet, weil einige Organisationen offen ihre Abneigung gegen sexuelle Minderheiten zum Ausdruck bringen und Widerstand gegen das Festival leisten. Am vergangenen Samstag sollte in der Stadt Incheon das erste Queer-Festival stattfinden. Das Festival konnte aber nicht planmäßig über die Bühne gehen, weil es am Austragungsort schon ab dem Morgen zu einer heftigen Auseinandersetzung zwischen etwa 300 Festivalteilnehmern und rund 1.000 Personen von christlichen Organisationen und Bürgerinitiativen kam. Die Polizei hat 8 Personen wegen der Störung der Veranstaltung belangt. Viele Festivalteilnehmer berichteten, dass sie von den Gegnern des Festivals geschlagen und auch sexuell belästigt worden seien. Es wurde auch bekannt, dass das Organisationskomitee des Queer-Festivals Schwierigkeiten hatte, von der Stadt Incheon die Genehmigung für die Nutzung des Festivalortes zu erhalten. Viele Netzbürger finden den Vorfall in Incheon sehr bedauerlich. Es gebe mittlerweile immer mehr Länder, die das dritte Geschlecht anerkennen. Umso unverständlicher sei es, dass die Gegner eine Veranstaltung, die in einem begrenzten Raum stattfindet, unbedingt stören und sogar tätlich werden müssen. Sie hoffen, dass Südkorea ein Land wird, in dem die Diversität anerkannt wird. 


Die Netzbürger interessierten sich auch für die Sondervergütung für das Erntedankfest Choseok bei Unternehmen. Es stellte sich heraus, dass dieses Jahr 70,2% der Unternehmen den Plan haben, ihren Mitarbeitern einen Chuseok-Bonus zu zahlen. Der betreffende Anteil ist gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozentpunkte geschrumpft. Es ist das Ergebnis einer Untersuchung, die vom Koreanischen Unternehmerverband bei 527 Unternehmen mit mehr als fünf Mitarbeitern durchgeführt wurde. Die durchschnittliche Sondervergütung zu Chuseok beträgt nach dem Plan etwa 940 Dollar und ist im Vergleich zum vergangenen Jahr um rund 30 Dollar gestiegen. Bei Unternehmen mit mehr als 300 Mitarbeitern wird das Chuseok-Geld etwa 1.400 Dollar und bei Unternehmen mit weniger als 300 Mitarbeitern rund 830 Dollar betragen. 61% der Unternehmen antworteten, dass die Chuseok-Konjunktur in diesem Jahr schlechter sei als im vergangenen Jahr. 35,7% antworteten, dass die Lage ähnlich ist. Lediglich 3,3% antworteten, dass sich die Lage gebessert habe. Zu Chuseok werden die Unternehmen in diesem Jahr ihren Mitarbeitern durchschnittlich 4,7 Tage frei geben. Damit ist die Zahl der freien Tage zu Chuseok im Vergleich zum vergangenen Jahr um 3,5 Tage geschrumpft. Im vergangenen Jahr konnte man ausnahmsweise zu Chuseok fast 10 Tage frei haben. Deshalb lag die Zahl der freien Tage zu Chuseok im vergangenen Jahr bei durchschnittlich 8,2 Tagen. Viele Netzbürger finden es schade, dass die Chuseok-Feiertage diesmal kürzer ausfallen. Viele vergessen aber auch nicht, dass es mehr Menschen gibt als man denkt, die trotz der Feiertage nicht einen einzigen freien Tag haben und durchweg arbeiten müssen.

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