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Wirtschaft

Japan: Letzter Dienstleister für Pieper stellt Service ein

#Asien Kompakt l 2018-12-05

Kreuz und Quer durch Korea

© Greenpost Korea

In Japan gehen nach 51 Jahren die letzten Funkmeldeempfänger, oder auch Pieper oder Pager genannt, in die Geschichte ein. Laut NHK werde der noch einzige verbliebene Dienstleister für Pieper, Tokio Telecommunication, im September nächsten Jahres den Service einstellen.

Der Pieper wurde in Japan im Jahr 1968 erstmals auf den Markt gebracht. Die ersten Modelle zeigten durch einen Signalton an, dass ein Anruf getätigt wurde und eine Rückmeldung erwünscht war. Sie wurden vorwiegend dazu benutzt, damit Firmenangestellte, die dienstlich unterwegs waren, in Kontakt mit der Firma bleiben konnten. Auf den Modellen, die ab 1985 auf den Markt kamen, erschienen Zahlen auf dem Endgerät. Mit einer Zahlenkombination, die ausgesprochen ähnlich klang wie ein Satz konnte man sich verständigen. Die nächsten Endgeräte ermöglichten es dem Nutzer, statt Zahlen Buchstaben zu senden. 1996 nutzten über 10,6 Millionen Japaner einen Pieper.

Die Blütezeit des Piepers erlosch mit der Verbreitung des Mobiltelefons. Heute steht der Pieper-Service nur für Nutzer in Großraumgebieten wie Tokio zur Verfügung. Nur etwa 1.500 Bewohner nutzen einen Funkmeldempfänger. Seit 2013 gibt es keine Neuanmeldungen mehr. 2007 hatte der Anbieter Dotomo den Service eingestellt. Im vergangenen Jahr schloss die Firma Okinawa Telemessage den Betrieb.

Die Frequenzen für die Meldeempfänger sollen aber weiterhin bestehen bleiben. Tokio Telecommunication will die Frequenzen dazu nutzen, den Katastrophenschutz der kommunalen Einheiten zu erweitern. Das Unternehmen führt gemeinsam mit den kommunalen Behörden ein Projekt durch, demnach alte Menschen, die nicht an das Smartphone gewöhnt sind, mit Radios versorgt werden, damit sie Katastrophenwarnungen rechtzeitig empfangen können.

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