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Kultur

Gayageum

#Musik verbindet l 2019-11-13

Musik verbindet


Die Unterscheidung zwischen Gayageum und Geomungo nur durch den Klang oder die Spielweise fällt vielen nicht leicht. Aber selbst sie wissen, dass in Korea Ureuk우륵 als Vater des Gayageum sowie Wang San-ak왕산악 als Vater des Geomungo gelten. Ureuk war nach dem Untergang des Reiches Gaya ins benachbarte Silla geflüchtet und nahm dabei sein Instrument mit. Tatsächlich wurde jedoch das Instrument von König Gasil vom Reich Gaya geschaffen. So bedeutet das Wort Gayageum eigentlich „Saiteninstrument aus Gaya“. Ureuk war lediglich ein Musiker gewesen, der das Instrument auf Anweisung von König Gasil gespielt hatte. Dennoch kann Ureuk nicht abgesprochen werden, dass er das Gayageum einem breiteren Publikum bekannt gemacht hat, nachdem er nach Silla geflüchtet war. Wie das Gayageum damals ausgesehen hat, weiß man heute nicht mehr. Eine Ahnung von seiner Form kann man gleichwohl durch einige erhaltene Tonfiguren gewinnen. Diese spielen auf einem Instrument, von dem ausgegangen wird, dass es sich dabei um das ursprüngliche Gayageum handelt. Und dieses Instrument ähnelt in seiner Erscheinung sehr dem, das heutzutage für Jeongak정악 bzw. Hofmusik eingesetzt wird. Kennzeichnend für das Jeongak-Gayageum ist das Yangidu양이두, womit ein Ende des Instruments bezeichnet wird, das in seiner gebogenen Form an zwei Schafshörner erinnert. Auch bei den Tonfiguren aus der Silla-Zeit ist dieses Merkmal zu beobachten. Daraus kann geschlossen werden, dass die Form des Gayageum in den vergangenen 1000 Jahren weitgehendst unverändert blieb. 


Im Lagerhaus der japanischen Kaiserfamilie wird ein altes Instrument aufbewahrt, das aus Silla stammen soll. Dieses Sillageum bzw. Saiteninstrument aus Silla ähnelt dem heutigen Jeongak-Gayageum, ist allerdings etwas kleiner und mit einer zusätzlichen Schnur ausgestattet. Man nimmt an, dass damit die Musiker das Instrument über die Schulter hängen lassen konnten, während sie darauf spielten. Es ist nur natürlich, dass sich die Instrumentenform, die Spielweise und Musik im Verlauf der Zeit verändern. Und so erfuhr auch das Gayageum Ende der Joseon-Zeit eine drastische Wandlung, die zur Entstehung des Sanjo-Gayageum führte. Eingesetzt wird dieses Gayageum hauptsächlich bei Volksmusikstücken wie Sanjo, bei dem der Fokus auf die improvisatorische Solodarbietung des Instruments liegt, sowie Gayageum-Byeongchang, bei dem die Künstler sich selbst auf dem Gayageum begleiten. Die Stücke der Volksmusik bedienten sich in der Regel schwungvollerer Melodien und Rhythmen als die der Hofmusik. Deshalb wurde das Sanjo-Gayageum im Vergleich zum Jeongak-Gayageum in seiner Länge und Breite verkleinert und weist enger beieinander liegende Saiten auf, um den Musikern auf diese Weise ein temporeicheres und komplexeres Fingerspiel zu ermöglichen. Es ist unklar, was zuerst da war, das Sanjo oder das Sanjo-Gayageum. Sicher ist nur, dass mit dem Aufkommen vom Sanjo-Gayageum die koreanische Musik immens bereichert werden konnte. 


Seit das Gayageum großen Anklang in der breiten Bevölkerung fand, gab es mehrere Versuche, das Instrument zu verbessern. Bei einigen Gayageum wurden die Saiten aus Seide durch solche aus Metall ersetzt. Außerdem wurde die Zahl der Saiten erhöht, in einigen Fällen bis zu 25 Saiten, um einen volleren Klang zu erreichen. Das 25-saitige Gayageum eignet sich für kreative Musikstücke, da damit im Vergleich zu dem traditionellen Instrument eine breitere Palette von Klängen zur Verfügung steht. Den traditionellen koreanischen Musikern zufolge gibt es keine Musik, die nicht mit einer Gruppe von 25-saitigen Gayageums gespielt werden kann. Typische Gayageum-Spieltechniken wie Nonghyeon농현, bei der für eine Art extremes Vibrato die Finger auf den Saiten nach oben und unten gleiten, sind jedoch auf dem 25-saitigen Gayageum schwierig, weshalb einige das Instrument eher als eine Version der westlichen Harfe statt einer überarbeiteten Gayageum-Version sehen. Manche meinen sogar, dass durch die Verwendung von Saiten aus synthetischen Fasern statt aus Seide, ein flacheres Klangbild entstehe. Dann gibt es wiederum solche, bei denen die hellere Klangfarbe der modernen Gayageum sehr gut ankommt. Vielleicht wird in der Zukunft eine neue Gayageum-Version entwickelt werden können, die auch in diesen Punkten auf eine breitere Zustimmung treffen wird. 


Musik

  1. „Sangnyeongsan“, gespielt am Gayageum von Kim Jeong-ja 영산회상 중 상령산 / 정악가야금 김정자
  2. Hwimori-Abschnitt aus dem „Gayageum-Sanjo im Stil von Choi Ok-sam", gespielt am Gayageum von Hamdong Cheongwol 최옥삼류 가야금산조 중 휘모리 / 가야금 함동정월
  3. „Happiness", gespielt am Gayageum von Lee Seul-ki Happiness / 25현 가야금 이슬기

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