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Kultur

Regionale Stile in der Musik

#Musik verbindet l 2020-02-12

Musik verbindet


So wie jede Region in Korea ihren eigenen Dialekt besitzt, so zeichnet sich auch die Musik durch regionale Eigenheiten aus, die auf die Herkunft der Musikstücke hinweisen. Die Volkslieder aus Gyeonggido sind beispielsweise leicht und fröhlich, während die aus den südlichen Regionen eher schwermütig und klagend klingen. Solche musikalischen Merkmale, die einer spezifischen Region zugeordnet werden, werden als „Tori“토리 bezeichnet. Dementsprechend werden die Musikstücke aus Seoul und Gyeonggi als Gyeongtori경토리 und die aus den südlichen Regionen als Yukjabaegitori육자배기토리 bezeichnet. Das Lied Yukjabaegi wird in der Provinz Jeolla gesungen und erfreut sich dort so großer Beliebtheit, dass es dafür sogar ein Sprichwort gibt: Eine Person, die kein Yukjabaegi singen kann, kann nicht aus Jeollado stammen. 


Die Yukjabaegi-Lieder werden in einem langsamen Tempo dargeboten und vermitteln dabei das Gefühl, als strömten alle empfundenen Schmerzen und Sorgen aus dem tiefsten Inneren nach außen. In dem schwermütigen Volkslied „Yukjabaegi” aus den südlichen Regionen heißt es unter anderem:


Traum, Traum, du herzloser Traum, der meine Liebe vertrieb.

Du hättest meine Liebe nicht verjagen, sondern stattdessen mich aufwecken sollen.

Wann kann ich meine Liebe sehen und muss keine Trennung fürchten?


Diese wehmütigen Zeilen werden abwechselnd von mehreren Sängern gesungen. Für gewöhnlich gibt es im Yukjabaegi keinen Refrain und jeder Abschnitt endet mit einem kurzen „he“. 


Der Musikstil aus den Regionen östlich vom Taebaek-Gebirge wie Gangwondo und Hamgyeongdo wird als Menaritori메나리토리 bezeichnet. Das koreanische Wort Menari bedeutet „Bergblumen“ und vielleicht findet es seinen Ursprung in einer Volkserzählung über eine unglückliche Frau namens Hyangrang향랑. Sie wurde als junges Mädchen von ihrer Stiefmutter misshandelt und nach ihrer Heirat von ihrem Mann. Um ihrer auswegslosen Lage zu entkommen, springt sie am Ende in einen Fluss und singt dabei ein Lied mit dem Titel „Sanyuhwa“ bzw. „Bergblumen“. Als Menaritori-Stücke gelten beispielsweise das Lied „Fünfhundert Jahre“ und das „Gangwondo Arirang“ aus der Provinz Gangwon sowie das Lied „Ongheya“옹헤야 aus der Provinz Gyeongsang. Aus der Region Sangju stammt das bekannte Menaritori-Stück und Arbeitslied „Lied vom Reispflanzen aus Sangju“. Es wurde in den 1980er Jahren in das Album vom Gugak-Ensemble Seulgidoong슬기둥 aufgenommen und erfreute sich auch unter den jungen Leuten großer Beliebtheit.


Jedes koreanische Lied unterscheidet sich durch seine Spielweise. Ob Vibrato, Stakkato oder Glissando, die Spielart weist auf die Herkunft der Musikstücke hin. Das nächste Volkslied wurde im Westen Koreas gesungen, genauer gesagt in den Provinzen Pyeongan und Hwanghae. Der Musikstil aus diesen Regionen wird als Susimgatori수심가토리 bezeichnet. Susimga수심가 bedeutet „Lied der Sorgen“ und gilt als typisches Volkslied aus der Provinz Pyeongan. Während sich das Yukjabaegitori aus den südlichen Regionen durch ein sattes, tiefes Vibrato auszeichnet, dominieren im Susimgatori mittelhohe Töne, ein starkes Vibrato und leicht näselnde Klänge. In der Joseon-Zeit waren die im Westen lebenden Menschen nicht selten staatlichen Diskriminierungen ausgesetzt, weshalb sie ihren Frust und ihre Sorgen in Liedern wie dem Susimga zum Ausdruck brachten.  


Musik

  1. „Yukjabaegi“, gesungen von Seong Chang-sun und Jeon Jeong-min 육자배기 / 소리 성창순 전정민
  2. „Lied vom Reispflanzen aus Sangju“, gesungen von Kang Ho-jung und dargeboten von Seulgidoong 상주모심기 / 노래 강호중, 연주 슬기둥
  3. „Susimga”, gesungen von Kim Kwang-sook 수심가 / 소리 김광숙

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