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Kultur

Buddhismus und die koreanische Musik

#Musik verbindet l 2020-05-27

Musik verbindet


Der Buddhismus hat seit seiner Einführung in Korea vor vielen Jahrhunderten die koreanische Kultur weitreichend beeinflusst. Und so wird Buddhas Geburtstag mit zahlreichen Festlichkeiten begangen, die weit mehr als religiöse Veranstaltungen darstellen. Ein Beispiel dafür ist das Lotuslaternenfest. Das Fest wurde als immaterielles Kulturerbe Nr. 122 anerkannt und soll zur Zeit des vereinigten Silla, das vom 7. bis 10. Jahrhundert existierte, entstanden sein. An dem Fest beteiligten sich von der königlichen Familie bis hin zum einfachen Volk alle Bevölkerungsschichten. In diesem Jahr wurde aufgrund der Corona-Pandemie die Feierlichkeiten zu Buddhas Geburtstag vom 30. April auf den 30. Mai verschoben. Buddhas Geburstag bietet dennoch einen Anlass, sich an Buddhas weise Lehren zu erinnern und darum zu bitten, dass sein Mitgefühl die von COVID-19-Erkrankten erreicht. 


Im Buddhismus gibt es die Rede von einem „Blumenregen“, der sich ereignet haben soll, als Buddha am Berg Yeonchwisan einen Vortrag hielt. Blumen sollen dann vom Himmel auf ihn herabgefallen sein und ein von seiner Stirn ausgehendes strahlendes Licht soll die ganze Welt erleuchtet haben. Beschrieben wird diese Szene in dem Lied mit dem Titel „Namuyeongsanhoesangbulbosal”나무영산회상불보살, auf dessen Grundlage später das Instrumentalstück „Yeongsanhoesang“영산회상 geschaffen wurde. Über die Jahre hinweg entstanden verschiedene Variationen und das Stück stieg zu einem der bekanntesten Musikstücke der Joseon-Zeit auf. 


Bei dem „Yeongsanhoesang“ handelte es sich ursprünglich um das Lied „Yeongsanhoesangbulbosal“영산회상불보살, ein von buddhistischen Mönchen während einer Zeremonie vorgetragener Gesang. Die buddhistischen Gesänge wurden im Koreanischen als „Beompae“범패 oder „Beomeum“범음 bezeichnet, was so viel bedeutet wie „Klänge von Buddhas Lehren“ oder „Überlieferungen aus Indien“. Einen Hinweis auf die Beompae gibt die Inschrift einer Steintafel, die vor der Hauptgebetshalle vom Tempel Ssanggyesa 쌍계사 in Hadong in der Provinz Süd-Gyeongsang errichtet wurde. Die Tafel erinnert an den Mönch Jingam진감, der während der Zeit des vereinigten Silla in China studiert hatte und nach seiner Rückkehr einen großen Anteil daran hatte, den Buddhismus in Korea zu verbreiten. Der Mönch soll die buddhistischen Gesänge so gut vorgetragen haben, dass viele in den Tempel strömten, nur um diese Kunstform zu erlernen. 


Die heutzutage aufgeführten Beompae-Stücke reichen womöglich bis in die Zeit von Mönch Jingam vor über tausend Jahren zurück. Bei den Beompae unterscheidet man zwischen Hotsori홋소리 und Jitsori짓소리: Unter Hotsori werden dabei Gesänge verstanden, die auf einem kurzen Gedicht beruhen und während der Zeremonie vorgetragen werden. Bei den Jitsori werden Namen von Bodhisattvas oder indische Mantras rezitiert. Die Texte der Jitsori mögen zwar kurz sein, aber jede Silbe wird so langgezogen vorgetragen, dass zuweilen eine einzelne Silbe bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Buddhistische Zeremonien werden gelegentlich auch im Freien vor einem großen Buddhagemälde abgehalten. Ein solches Bild wird als „Gwaebul”괘불 bezeichnet und beim Heraustragen des Bildes auf den Hof wird das „Geoyeongsan“거영산 gesungen. 


Ende des 4. Jahrhunderts wurde der Buddhismus in Korea eingeführt und hat sich im Land über 1.600 Jahre halten können. In diesem Zeitraum hat der Buddhismus in vielen Bereichen seine Spuren hinterlassen, vor allem im koreanischen Schamanismus. So wurde Indra, der unter den indischen Göttern als mächtigste Gottheit verehrt wurde, im koreanischen Buddhismus zum Jeseoksin제석신, dem Beschützer der buddhistischen Lehren. Und im koreanischen Schamanismus verschmolz diese buddhistische Schutzgottheit und der schamanistischen Himmelsgott zu einem göttlichen Wesen, das über die Leben und Schicksale der Menschen wacht. „Jeseokgeori”제석거리 lautet dann auch ein schamanistisches Lied aus der Provinz Gyeonggi, das diese Gottheit um Frieden und Wohlergehen aller Menschen bittet. Ein Wunsch, der heute noch genau so aktuell ist. 


Musik

  1. „Yeombuldodeuri“, gesungen von Kim Yeong-ki und Kim Hui-seong, gespielt auf dem Haegeum von Seong Ui-sin 염불도드리 / 여창 김영기, 남창 김희성, 해금 성의신
  2. „Geoyeongsan“, gesungen von Mönch Songam 범패 짓소리 거영산 / 소리 송암스님
  3. „Jeseokgeori”, gesungen von Jeon Byeong-hun 경기 무가 제석거리 / 소리 전병훈

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