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Hintergrund

Südkoreas Zentralbank in der Klemme

#Themen der Woche l 2021-08-07

Nachrichten

ⓒKBS News

Südkoreas Zentralbank gerät immer mehr in die Klemme. Auf der einen Seite lastet angesichts der Inflationsgefahr auf ihr der Druck, den Leitzins anheben zu müssen. Auf der anderen Seite werden aber auch Nebenwirkungen einer Zinswende befürchtet.


Analysten rechnen fest mit einer Anhebung des Leitzinses im August. Das Woori-Institut für Finanzen und Management veröffentlichte die Prognose, dass der geldpolitische Ausschuss der Zentralbank bei seiner Sitzung am 26. August eine Anhebung des Leitzinses von 0,5 auf 0,75 Prozent beschließen werde. Als Grund für diese Annahme wurden gute Exportbedingungen infolge der verbesserten globalen Konjunktur, die Corona-Impfkampagne, Belebung des Konsums aufgrund Sparüberschüssen, eine expansive Geldpolitik der Regierung sowie Sorgen über ein vom Immobilienmarkt ausgehendes finanzielles Ungleichgewicht genannt.


Der US-Bank JP Morgan zufolge zeige das Sitzungsprotokoll des geldpolitischen Ausschusses vom Juli, dass die Führung der Bank of Korea zur Anhebung des Leitzinses im August tendiere.


Auch Entscheidungsträger geben vorsichtige Signale für eine geldpolitische Straffung. Zentralbankchef Lee Ju-yeol hatte jüngst die Äußerung gemacht, dass unter umfassender Berücksichtigung der Konjunktur und der Preise sowie des Risikos des finanziellen Ungleichgewichts über eine eventuelle Korrektur der lockeren Geldpolitik entschieden werde.


Das finanzielle Ungleichgewicht infolge des Preisanstiegs und drastischen Anstiegs der  Wohnungspreise spricht für eine Anhebung des Leitzinses. In Südkorea ziehen die Verbraucherpreise kräftig an. Nach Angaben des Statistikamtes kletterte der Verbraucherpreisindex im Juli um 2,6 Prozent im Vorjahresvergleich auf 107,61. Damit wurde erneut die stärkste Teuerung in diesem Jahr verbucht, nachdem der Index im Mai mit 2,6 Prozent so stark wie noch nie im laufenden Jahr gestiegen war. Die Wohnungspreise kletterten in der ersten Jahreshälfte um 9,97 Prozent und damit schon schneller als im gesamten letzten Jahr.


Das Problem ist jedoch, dass sich die Situation der ohnehin von den Folgen der Corona-Pandemie schwer betroffenen Selbstständigen und Kleinunternehmen durch einen solchen Zinsschritt zusätzlich verschlechtern würde. Durch Corona-Hilfen der Regierung freigesetzte Liquidität könnte zudem den Effekt der Zinserhöhung schwächen.

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