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Hintergrund

USA und Iran reagieren unterschiedlich auf Südkoreas Truppenverlegung in Straße von Hormus

#Thema des Tages l 2020-01-22

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Die Entsendung einer südkoreanischen Truppeneinheit in die Straße von Hormus erfolgt durch die Erweiterung des Einsatzbereichs der Anti-Piraten-Einheit Cheonghae, die eigentlich im Golf von Aden im Einsatz ist. Seoul will auf diese Weise der Forderung der USA nach einem Beitrag für die sichere Schifffahrt in der Region nachkommen und gleichzeitig den Schaden für die Beziehungen zum Iran so weit wie möglich begrenzen.


Abgesehen von der US-Forderung ist die Sicherheit des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus ohnehin sehr wichtig für Südkoreas nationales Interesse. Die Meerenge ist ein strategisch wichtiger Ort, über den 70 Prozent der Erdöllieferungen an Südkorea transportiert werden. Südkoreanische Schiffe fahren über 900 Mal im Jahr durch das Gebiet. Nicht nur für den Ölimport, sondern auch für die Sicherheit von Schiffen und Bürgern sei die Sicherheit in der Schifffahrt unerlässlich, heißt es.


Die sichere Schifffahrt in der Straße von Hormus stellt darüber hinaus einen wichtigen Faktor für die Stabilität der globalen Ölpreise dar. Denn etwa ein Fünftel des globalen Erdölverbrauchs wird über die Meerenge befördert. Unruhen in der Straße von Hormus können Schwankungen des Ölpreises verursachen, was wiederum ein großer Unsicherheitsfaktor für die Weltwirtschaft wäre. Davon könne dann Südkorea angesichts seiner großen Importabhängigkeit bei der Energieversorgung besonders hart betroffen sein. Daher kann die Truppenentsendung in die Straße von Hormus als Entscheidung betrachtet werden, die unter vorrangiger Berücksichtigung von Staatsinteressen getroffen wurde.


Die Truppenverlegung stellt auch eine unvermeidliche Entscheidung mit Rücksicht auf die Beziehungen zu den USA dar. Südkorea und die USA sind als Bündnisländer dazu verpflichtet, die andere Partei vor einer militärischen Bedrohung zu schützen. Daher könnte es die Werte der Allianz verletzen, sollte Südkorea eine Bitte der USA zurückweisen.


Auf der anderen Seite unterhält Südkorea gute Beziehungen zum Iran und teilt viele Interessen mit dem Land. Beide Länder haben besonders in wirtschaftlicher Hinsicht einschließlich der Ölversorgung und Warenexporte tiefe Interessenbeziehungen. Deshalb kann es Südkorea nicht nur Nutzen, sondern auch Schaden bringen, wenn das Land mit einer einseitigen Unterstützung für die USA sein Verhältnis zum Iran belasten wird.


Die Position des Irans ist, dass er die Verlegung ausländischer Truppen oder Kriegsschiffe in die Straße von Hormus grundsätzlich ablehnt. Die Position kann hinsichtlich der nationalen Sicherheit als selbstverständlich betrachtet werden. Andererseits kann es jedoch für die internationale Gemeinschaft eine Selbstverständlichkeit darstellen, die Sicherheit im Schiffsverkehr anzustreben. Teheran habe gegenüber Seoul Bedenken über die Truppenentsendung angemeldet, jedoch zugestimmt, sich um das bilaterale Verhältnis zu kümmern, hieß es. Der Iran äußerte sich zwar ablehnend zur Truppenentsendung, signalisierte aber auch, eine Beeinträchtigung der Beziehungen vermeiden zu wollen.


Experten meinen, dass Seouls Entscheidung für die Truppenverlegung auch positive Auswirkungen für anstehende bilaterale Angelegenheiten zwischen Südkorea und den USA haben könnte. Die südkoreanische Regierung erklärt zwar deutlich, dass die Truppenentsendung nicht mit anderen Angelgenheiten in Zusammenhang stehe. Jedoch ist es denkbar, dass sich die Maßnahme positiv auf die Verhandlungen über die Aufteilung der Verteidigungskosten und die Kooperation gegenüber Nordkorea auswirken wird. Die USA streben nach einer internationalen Zusammenarbeit für die sichere Schifffahrt in der Straße von Hormus, die Kooperation ist für Washington sehr nützlich. Südkoreas Truppenentsendung nutzt zum Teil den USA. Daher könne sie die USA zu gewissen Zugeständnissen bei den Verhandlungen veranlassen, heißt es.

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