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Hintergrund

Vorsitzender der Samsung-Gruppe gestorben

#Themen der Woche l 2020-10-31

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Der Vorsitzende der Samsung-Gruppe Lee Kun-hee ist am frühen Morgen des vergangenen Sonntags im Alter von 78 Jahren gestorben. Lee war ein Visionär, der Samsung zu einem globalen Konzern formte. Er kam im Mai 2014 nach einem Herzinfarkt ins Samsung Medical Center in Seoul, wo er die letzten Jahre bis zu seinem Tod verbrachte. Er wurde am Mittwoch beigesetzt.


Lee Kun-hee wurde 1942 in Daegu als jüngstes Kind des Samsung-Gründers Lee Byung-chull geboren. Nach dem Abschluss der Oberschule in Seoul studierte er Betriebswirtschaft an der Waseda Universität in Japan und an der George-Washington University. In den 1970er Jahren reiste er häufig ins Silicon Valley, dem Sitz von führenden Technologieunternehmen und plante den Vorstoß Samsungs in den Bereich der Spitzentechnologie. 1978 wurde er zum Vizevorsitzenden von Samsung Corporation befördert und seitdem für die Übernahme des Führungspostens der Unternehmensgruppe ausgebildet. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1987 den Vorstandsposten der Samsung Group.


Die von Lee Kun-hee 1993 während einer Dienstreise in Frankfurt verkündete Deklaration einer „neuen Unternehmenskultur“ legte das Fundament für die Entwicklung Samsungs zum Spitzenunternehmen. In seiner Rede vor den nach Frankfurt einberufenen Managern trug er ihnen auf, alles bis auf ihre Ehefrau und Kinder zu ändern. Gemäß der Weisung des Unternehmenschefs wurde bei Samsung ein Innovationsprozess in Gang gesetzt. Qualität und Design verbesserten sich und das Unternehmen konnte seine Position auf dem Weltmarkt verbessern.


Samsung Electronics verdrängte 2006 den japanischen Hersteller Sony von der Spitzenposition auf dem globalen Markt für Fernsehgeräte. Auch auf dem Markt für Smartphones ist Samsung die Nummer eins vor Apple. Im Bereich Halbleiterspeicher und bei weiteren rund 20 Artikeln ist der südkoreanische Elektronikkonzern klarer Marktführer. Der Unternehmenswert von Samsung Electronics stieg von einer Billion Won im Jahr 1987 um das 40-Fache auf 390 Billionen Won im Jahr 2012.


Der Tod von Lee Kun-hee steht symbolisch für das Ende einer Ära der großen Chaebol-Chefs, das heißt Chefs der Großkonzerne, die das Wirtschaftswachstum Südkoreas beflügelten. Mit ihrem Führungsstil übertraten sie aber auch immer wieder Grenzen und sahen sich Korruptionsvorwürfen ausgesetzt.

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