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Hintergrund

Mädchenstatue in Berlin-Mitte darf stehenbleiben

#Themen der Woche l 2020-12-05

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Die von einer Entfernung bedrohte Mädchenstatue für den Frieden in Berlin-Mitte könnte für immer dort stehen bleiben.


Die Bezirksverordnetenversammlung von Mitte hat am Dienstag eine Resolution für den ewigen Erhalt der Friedensstatue verabschiedet. Damit hat sich die Möglichkeit ergeben, dass das Mahnmal zum Gedenken an die Opfer der Zwangsprostitution im Zweiten Weltkrieg durch das japanische Militär vor einem Abriss bewahrt wird. An der Abstimmung hatten 29 Bezirksverordnete teilgenommen, 24 stimmten dafür und fünf dagegen.


Thilo Urchs von der Linksfraktion der BVV sagte, sexualisierte Gewalt in Kriegszeiten sei kein Einzelereignis, es handele sich um ein strukturelles Problem, das verhindert werden müsse. Die Friedensstatue sei ein Symbol dafür. Der Politiker fügte hinzu, er hoffe, dass die Statue zum Erhalt der Würde des Bezirks Mitte beitrage und Diskussionen über sexualisierte Gewalt an Frauen eingeleitet werden.


Han Jung-hwa, Leiterin des Korea Verbands, meint, dass die Resolution der BVV eine weitaus größere Bedeutung als der Erhalt der Statue selbst habe. Sie sei überzeugt, dass die Statue ein Anlass sein könne, Diskussionen zu bisher verschwiegen gewesenen Fällen der sexualisierten Gewalt gegen Frauen im Krieg, auch in Deutschland, in Gang zu bringen.


Die Friedensstatue in Berlin wurde unter Federführung des Korea Verbands Ende September errichtet. Das Bezirksamt Mitte hatte davor im Juli 2019 der Aufstellung der Statue zugestimmt, da sie die Frage der Menschenrechte von Frauen als Kriegsopfer anspreche. Auf den Protest Japans hatte das Bezirksamt jedoch am 7. Oktober deren Entfernung angeordnet. Nachdem der Korea Verband bei Gericht eine einstweilige Verfügung beantragt hatte, wurde die Anordnung  zur Entfernung der Statue ausgesetzt. Politiker, Prominente und Bürger von Berlin hatten sich mit Protestkundgebungen für den Erhalt des Denkmals eingesetzt. 

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