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Hintergrund

Sado-Mine in Japan soll doch nicht als Welterbe vorgeschlagen werden

#Themen der Woche l 2022-01-29

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Japan will offenbar doch die umstrittenen Gold- und Silberminen auf der Insel Sado für die Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste vorschlagen.  


Laut Kyodo News habe die japanische Regierung letzte Erörterungen in Richtung einer Nominierung der Sado-Inseln aufgenommen.  


Dass Japan unter Ausschluss des Zeitabschnitts der Zwangsarbeit, eine Nominierung der Sado-Mine anstrebt, sorgt in Südkorea und China für heftigen Protest 


Auf der japanischen Insel Sado, nordwestlich von Niigata, wurde im Jahr 1601 Gold entdeckt. Bis zur Schließung der letzten Mine im Jahr 1989 wurden dort insgesamt rund 78 Tonnen des Edelmetalls gefördert. Auf dem Höhepunkt des Pazifikkriegs diente die Mine der Versorgung mit Metallen für die Rüstungswirtschaft. Während dieser Zeit mussten viele Koreaner dort Zwangsarbeit leisten. Die Sado-Mine ist heute eine touristische Sehenswürdigkeit. Einige der Stollen, deren Gesamtlänge etwa 400 km beträgt, können besichtigt werden.


Die japanische Regierung hatte die Aufnahme der Sado-Mine in die Unesco-Welterbeliste vorangetrieben und dabei den historischen Zeitraum für die Würdigung auf die Edo-Ära eingegrenzt. Die Mine sollte einzig als ein hervorragendes Beispiel für die Entwicklung der Bergbautechnologie seit Anfang des 17. Jahrhunderts als Welterbe vorgeschlagen werden. Es ist allerdings fraglich, ob sich die Bedeutung einer solchen Stätte in einzelne Zeitphasen aufteilen lässt, um nur eines bestimmten Zeitabschnitts isoliert zu gedenken.


Teizo Hirose, Ehrenprofessor der Fukuoka University, veröffentlichte im letzten Jahr die Ergebnisse einer Studie, nach der die Zahl der koreanischen Zwangsarbeiter in der Sado-Mine auf über 2.300 geschätzt wird. Die Koreaner wurden größtenteils für die besonders schwierige und gefährliche Arbeit in den Stollen eingesetzt.


Japan hatte bereits 2015, bei der Aufnahme der Insel Hashima in die Welterbeliste, den Umstand, dass Koreaner in der Kohlemine der Insel Zwangsarbeit verrichten mussten, unerwähnt gelassen. Die Unesco hatte daraufhin gefordert, ausreichende Erläuterungen zu den koreanischen Opfern der Zwangsarbeit vorzusehen. Japan akzeptierte die Forderung zwar, setzte aber das Versprechen nur unzureichend um.

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