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Lifestyle

Koreanische Familiennamen und ihre Besonderheiten

#Sie fragen, wir antworten l 2016-07-30

Hörerecke

Q:Mein Sitznachbar bei meinem Englisch-Sprachkurs war Koreaner und hatte den populären Nachnamen KIM. Wie sieht es denn mit den koreanischen Nachnamen aus? Welche Namen kommen besonders oft vor? Gibt es weitere Besonderheiten bei koreanischen Namen?


A:Grundsätzlich besteht ein koreanischer Name aus einem meist einsilbigen Familiennamen, der an erster Stelle genannt wird, und einem meist zweisilbigen Vornamen. Familiennamen aus zwei oder mehr Silben gibt es zwar hin und wieder, sie sind aber recht selten. Und Nachnamen gibt es in Korea im Vergleich zu anderen Ländern nur relativ wenige. Ihre Zahl wird auf 250 bis 300 geschätzt. Die drei häufigsten koreanischen Nachnamen sind Kim, Lee und Park. Fast die Hälfte der koreanischen Bevölkerung heißt Kim, Lee oder Park. Für westliche Augen ist jeder Kim ein Kim, nicht aber für die Koreaner. Die Familiennamen unterteilen sich nämlich je nach Herkunft noch mal in Clan-Namen und diese noch einmal in Clanzweignamen. So ist bei den Kims z.B. der größte Clan der der Gimhae-Kims, also die Kims aus der Stadt Gimhae, die sich dann noch mal in mehrere Familienzweige unterteilen.

Damit es hier keine Verwirrung gibt, gibt jeder Clan etwa alle 30 Jahre eine umfassende Genealogie heraus, in der alle Clan- und Zweigclan-Angehörige aufgelistet sind. Bei diesen Stammbäumen ist zu beachten, dass die Frauen in der Regel bei der Heirat ihren Familiennamen behalten, die Kinder aber in der Regel den Familiennamen des Vaters tragen. Hier ist „in der Regel“ zu betonen, denn mittlerweile sind Ausnahmen möglich. Wenn also ein Kim den anderen trifft oder ein Park den anderen, wird er sich womöglich nach dem Clan und dem Familienzweig erkundigen, um sich besser orientieren zu können. Eine Heirat unter den Trägern desselben Familiennamens ist nach wie vor verpönt, selbst wenn keinerlei Verwandtschaft besteht.

Im Koreanischen ist die Schreibung des Namens Kim unabhängig von der Clanzugehörigkeit identisch. Jedoch wird Kim mal mit K-I-M transliteriert, mal mit G-I-M oder gar K-Y-M, was fürs westliche Auge drei unterschiedliche Namen suggeriert, dem ist jedoch nicht so. Für den zweithäufigsten Nachnamen Lee gibt es noch mehr westliche Schreibvarianten: LEE, LIE, RHIE, RIE, RHEE, REE und YI.

Nach den offiziellen koreanischen Statistiken aus dem Jahr 2000 gibt es in Korea insgesamt 3.102.537 Kim-Haushalte bzw. 9.925.949 Personen mit dem Nachnamen Kim. Bedenkt man, dass Südkorea etwas über 50 Millionen Einwohner aber weniger als 300 Familiennamen hat und Kim der häufigste ist, kann man den Kims kaum entkommen. Und zum Vergleich: In den Niederlanden, die mit etwas über 17 Mio. Einwohnern wesentlich weniger Einwohner als Südkorea haben, gibt es über 100.000 verschiedene Familiennamen.

Nach den Regierungsstatistiken für 2000 heißen 54% aller Südkoreaner entweder Kim (김), Lee (이), Park (박), Choi (최) oder Chung (정). Prozentmäßig macht das 21,6% Kims, 14,8% Lees, 8,5% Parks, 4,7% Chois und 4,4% Chungs. Das sind die Top-Fünf. Zu den Top-Zehn-Familiennamen, die 64,1% der Bevölkerung entsprechen, gehören dann noch Kang (강), Cho (조), Yoon (윤), Chang (장), and Lim (임).

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