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Lifestyle

Über die Entwicklung einer Beziehung. Folge 3: Die Alles-ganz-normal-Phase

2018-12-15

Hörerecke

© Getty Images Bank

Am Anfang fand ich in Korea alles schön, anschließend eine Weile alles blöd. Beides ist auf die Dauer einerseits zu bequem und andererseits zu anstrengend. Vor allem ist beides sehr beschränkt und einseitig. Um einigermaßen ausgeglichen und entspannt zu bleiben, hilft bisweilen eine fundamentale und ziemlich banale Erkenntnis: die Erkenntnis, dass gegenseitiges Verständnis immer auch seine Grenzen hat. 


Ich habe nun nicht mehr das Gefühl, dass wir, die Koreaner und ich, einander irgendetwas beibringen müssten. Weder ich ihnen, noch sie mir. Voneinander lernen kann man natürlich immer, aber dies gelingt glaube ich am besten, wenn man einander nichts beibringt. Deshalb kann es hilfreich sein, nicht nur das Verstehen zu üben und zu lernen, sondern auch das Nicht-Verstehen. Kein desinteressiertes, sondern ein mitfühlendes Nicht-Verstehen. Denn auch Nicht-Verstehen kann verbinden. 


In meiner Koreabeziehung bin ich in gewisser Weise von meinem anfänglichen unwissenden Nicht-Verstehen (meiner naiven Alles-Super-Phase) über ein kritisch-distanziertes Verstehen (meine zwischenzeitliche Alles-Mist-Phase) zu einem nun nicht mehr ganz uninformiertem Nicht-Verstehen zurückgekehrt. Korea ist nun nicht mehr das Land meiner Träume, und auch nicht das Land meiner Albträume. Es ist ganz einfach das Land meiner tagtäglichen Realität.

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