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#Suchwort Aktuell l 2020-02-14

Kreuz und Quer durch Korea

ⓒ YONHAP News, KBS

Das Interesse der Netzbürger weckte die Nachricht, dass die Auswirkungen von Parasite bereits spürbar werden. Denn ausländische Medien sind dabei, eine Liste von südkoreanischen Filmen zusammenzustellen, die man sich unbedingt einmal ansehen sollte. Bong Joon-hos ´Parasite´ erhielt bei der diesjährigen Oscar-Verleihung vier Auszeichnungen. Vor allem ist Parasite in der Geschichte der Academy Awards überhaupt der erste fremdsprachige Film, der mit dem Preis für den besten Film ausgezeichnet wurde. Mit dem Gewinn der Goldenen Palme im vergangenen April in Cannes hat der südkoreanische Streifen rund zehn Monate lang bei Filmpreisverleihungen einen Siegeszug fortgesetzt und schließlich auch Oscars gewonnen. Damit hat er einen bedeutenden Beitrag dazu geleistet, den Status des südkoreanischen Films in der Welt zu erhöhen. Die englischsprachige Website Rotten Tomatoes, die insbesondere Rezensionen von Filmen und Fernsehserien sammelt und veröffentlicht, meinte, dass Südkorea mit seinem diesjährigen Oscar-Erfolg ein Land sei, das Filme von hervorragender Qualität produziere, und stellte 30 südkoreanische Filme vor, die man unbedingt gesehen haben muss. Dazu gehören neben den Werken von Bong ´Memories of Murder´, ´Host´ und ´Mother´ auch Filme des ebenfalls international bekannten Regisseurs Park Chan-wook wie ´Oldboy´, ´Lady Vengeance´, ´Durst´ und ´Die Taschendiebin´. Auf der Liste stehen auch zwei Filme des Regisseurs Yi Chang-dong ´Poetry´ und ´Burning´ sowie Filme von Hong Sang-su und Kim Ki-duk. Auch weitere ausländische Medien wie Screen Rant und Dazed stellten Listen empfehlenswerter südkoreanischer Filme zusammen. 


Viele Netzbürger empörten sich über folgende Nachricht. Im vergangenen Mai saß eine junge Frau in einer U-Bahn der Linie 5 in Seoul auf einem für die Schwangeren vorgesehenen Sitz. Ein Mann in seinen Fünfzigern näherte sich ihr und begann sie zu beschimpfen. Sie solle nicht auf dem Sitz für Schwangere sitzen. Die Frau war zunächst wie gelähmt vor Angst. Der Mann trat ihr auch mehrmals gegen den linken Fußknöchel und schimpfte, dass die Frauen von heute alle aus der Welt geschafft werden sollten. Die Frau zeigte den Mann bei der Polizei an, und er musste sich vor Gericht verantworten. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von vier Monaten mit einem Jahr Bewährung. Der Mann habe eine Straftat begangen. Er sei aber nicht vorbestraft, und es sei nicht bestätigt worden, dass er die Frau weiter beschimpft oder ihr Gewalt angetan habe, nachdem sie ihm mitteilte, dass sie tatsächlich schwanger ist. Konflikte um die Sitzplätze für Schwangere in den U-Bahnen gibt es immer wieder. Allein im Jahr 2018 gingen bei den betreffenden Stellen rund 28.000 auf diese Sitze bezogenen Beschwerden der Bürger ein. Es waren also durchschnittlich 75 Beschwerden am Tag. Viele Bürger sind damit einverstanden, dass diese Sitze für Schwangere stets freigehalten werden sollten, und halten sich auch an die Vorgabe. Aber bei einer Untersuchung stellte sich auch heraus, dass vier von zehn Bürgern schon einmal dort gesessen haben, obwohl sie zu der Zeit nicht schwanger waren. 


Generationskonflikte gibt es wahrscheinlich in jeder Gesellschaft. Südkorea bildet hier keine Ausnahme. Die Netzbürger zeigten großes Interesse an einem kurzen Bericht in einer Nachrichtensendung. Nach einer Umfrage, die von einem Jobportal durchgeführt wurde, klaffen in Südkorea zwischen den 1960er und den 1990er Jahrgängen die größten Unterschiede. Eine junge Frau, die Ende der 1990er Jahre geboren ist, sagt, dass sie bei Gesprächen mit Menschen in ihren 50ern und 60ern häufig sprachlos sei, weil sie das Gefühl habe, gegen eine Wand anzureden. Eine Frau Jahrgang 1961 sagt, dass sie die vielen von jungen Menschen benutzten abgekürzten Ausdrücke gar nicht verstehen könne und schon deswegen eine Distanz zu den jungen Menschen verspüre. Es stellte sich heraus, dass auch je nach Generationen die Wertvorstellungen in Bezug auf Beruf und Arbeit anders sind. Bei den 60ern meinten über 70%, dass man für ein erfolgreiches Leben unbedingt einen guten Arbeitsplatz haben sollte. Viele junge Menschen legen aber auf den Bekanntheitsgrad oder Status des Arbeitsplatzes wenig Wert. Gute Arbeitsplätze seien keine zwingende Voraussetzung für ein erfolgreiches Leben, weil es vielfältige Chancen gebe, sich zu profilieren. Ein Beispiel seien Youtuber, die sich selbst zum Ausdruck bringen, und damit viel Geld machen und sogar berühmt werden. Vor allem die 1970er Jahrgänge nennen ein gutes stabiles Einkommen als Indikator für ein erfolgreiches Leben. Denn sonst könne ein einigermaßen sicherer Lebensabend nicht vorbereitet werden. Im Gegensatz dazu stufen die 1990er Jahrgänge ein Leben, in dem man tut, was einem gefällt und Spaß macht, als erfolgreich ein. Auch wenn man nicht viel Geld hat, könne man mit dem Leben zufrieden sein. Viele Netzbürger meinen, dass man Generationskonflikten aus dem Weg gehen könne, wenn man anerkennt, dass die andere Generation einfach anders aufgewachsen ist, aber mit ihren Einstellungen und Werten nicht unbedingt falsch liegen muss. 

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