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Nordkorea

Kim-Trump-Treffen an der DMZ produziert Durchbruch

#Brennpunkt l 2019-07-04

Schritte zur Wiedervereinigung

© YONHAP News

Am 30. Juni trafen sich US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un überraschend im Grenzort Panmunjom. Nach einem symbolischen Handschlag zwischen beiden an der demilitarisierten Zone (DMZ) zwischen beiden Koreas trat Trump kurz über die Grenzlinie nach Nordkorea. Danach begaben sich beide auf südkoreanische Seite. Trump sprach von einem historischen Moment. Beide wurden auf dem Weg zum Freedom House vom südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in begrüßt. Es ist das erste Mal seit dem Ende des Korea-Kriegs 1953, dass es solch ein Dreier-Treffen zwischen den USA, Südkorea und Nordkorea gab. Die historische Begegnung an der Grenze könnte ein Wendepunkt sein in den Bemühungen um Fortschritte in den Gesprächen über das nordkoreanische Atomprogramm. Zum Thema sagt der Experte Kim Hyun-wook von der koreanischen National-Akademie für Diplomatie: 


Das Treffen zwischen Nordkorea und den USA an der DMZ war in der Tat ein historisches Ereignis und eine sehr positive Entwicklung. Trump schlug am 29. Juni via Twitter ein Treffen an der Grenze vor, und Nordkorea antwortete positiv. Bei dem kurzfristig angesetzten Treffen ging es nicht um bestimmte Themen wie die Denuklearisierung, sondern es demonstrierte mehr die Freundschaft und das Vertrauen zwischen Kim und Trump. Es ist schwierig, einen dramatischen Wendepunkt in den Beziehungen zu erwarten. Doch die Wahrscheinlichkeit einer Verschlechterung ist zumindest vorerst geringer geworden, was gut ist für die künftigen Verhandlungen. 


Moon sagte am Dienstag, das Treffen in Panmunjom signalisiere den Beginn einer neuen Friedensära. Zwar habe es keine Unterzeichnung eines Dokuments gegeben, doch sei praktisch ein Ende der Feindseligkeiten erreicht worden. Das Treffen weckte neue Hoffnungen auf eine komplette Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und die Schaffung eines dauerhaften Friedens: 


Es gab Bedenken und auch Kritik, dass Südkorea auf diplomatischer Bühne an Boden verloren hat, weil es diesmal nicht richtig die Vermittlerrolle spielen konnte, nachdem der chinesische Präsident Xi Jinping im vergangenen Monat Pjöngjang besuchte und Nordkorea Sicherheit und wirtschaftliche Hilfe versprach. Doch ich denke, die diplomatischen Bemühungen der südkoreanischen Regierung hinter den Kulissen trugen dazu bei, dass das Dreier-Treffen zwischen beiden Koreas und den USA zustande kam. 


Das symbolträchtige Treffen an der DMZ zwischen Kim und Trump brachte neuen Schwung in die Atomgespräche, die seit dem Scheitern ihres Gipfels im Februar in Hanoi festgefahren waren. Beide Seiten einigen sich jetzt auf neue Arbeitsgespräche über die Denuklearisierung:


Die USA bestehen darauf, dass beide Seiten zunächst einen umfangreichen Fahrplan entwerfen für die komplette Denuklearisierung Nordkoreas sowie die Schaffung von Frieden, die Aufhebung von Sanktionen und eine Sicherheitsgarantie für das kommunistische Regime. Einige Experten vermuten, dass Nordkorea nun den Fokus auf die Sicherheitsgarantie legt, weil es denkt, dass die USA die Sanktionslockerungen nicht akzeptieren werden. Es könnte also davon ausgehen, dass es Wirtschaftshilfe von China oder Russland erhält. 


Auch gibt es Spekulationen, dass die USA zunächst einer vorläufigen Einfrierung des nordkoreanischen Atomprogramms zustimmen könnten. Sie könnten zuerst von Nordkorea eine Schließung seiner Atomeinrichtungen fordern, so dass das Land keine Nuklearmaterialien mehr produzieren kann:


Es scheint, als ob Trump irgendeine Art von Vereinbarung treffen will, um mit dem Thema Nordkorea effektiver umzugehen, und ein weiteres Gipfeltreffen mit Kim anstrebt. Wir werden sehen, was der US-Chefunterhändler Stephen Biegun als Verhandlungskarte vorlegen wird. 


Bei den nächsten Arbeitsgesprächen wird es entscheidend sein, ob beide Seiten ihre Differenzen bei der Methode der atomaren Abrüstung überbrücken können. Eine positive Entwicklung könnte auch zu einem vierten innerkoreanischen Gipfeltreffen zwischen Kim und Moon führen:


Ein viertes innerkoreanisches Gipfeltreffen wird nur nach den Arbeitsgesprächen zwischen Nordkorea und den USA möglich sein. Pjöngjang und Washington könnten sich auf die Normalisierung innerkoreanischer Wirtschaftsprojekte einigen, wie das Reiseprogramm für das Kumgang-Gebirge und den Industriepark in Kaesong. Beide Koreas könnten sich wieder treffen, um über die Details der Zusammenarbeit zu reden. 


Das jüngste Treffen zwischen Kim und Trump ist ein Durchbruch in den Bemühungen um neue Atomgespräche. Ob es den Abrüstungsprozess weiter bringt, werden die nächsten Wochen und Monate zeigen.

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