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Nordkorea

Das Skiresort am Masik-Pass in Nordkorea

#Blick auf Nordkorea l 2019-12-26

Schritte zur Wiedervereinigung

© KBS

Vor dem ersten Gipfeltreffen zwischen Nordkorea und den USA im Juni des vergangenen Jahres in Singapur forderte Pjöngjang wirtschaftliche Hilfe als Bedingung für Verhandlungen über sein Atomprogramm. Bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington sprach der ehemalige Vizevorsitzende der nordkoreanischen Arbeiterpartei, Kim Yong-chol, auch davon, dass sein Land ein Kasino in Wonsan bauen und das Skigebiet am Masik-Pass erweitern wolle. Über das Ski-Resort sagt Kang Mi-jin, die aus Nordkorea stammt und heute für die Internet-Zeitung Daily NK in Seoul arbeitet: 


Masikryong oder Masik-Pass bedeutet wörtlich Pferderast-Pass. Der Gebirgspass erhielt seinen Namen, weil er so hoch und rau ist, dass selbst Pferde auf dem Berg eine Pause einlegen müssen. Nordkorea begann im Dezember 2012 auf Initiative von Machthaber Kim Jong-un damit, dort ein Ski-Resort zu bauen. Die Bauarbeiten starteten zusammen mit der Erweiterung des nahe gelegenen Kalma-Flughafens, der vorher ein militärischer Flugplatz war. Ziel war es, die Ankunft von jährlich 1,2 Millionen Touristen zu stemmen. Der Machthaber, der für seine Vorliebe für das Skifahren bekannt ist, ordnete an, den Bau innerhalb eines Jahres abzuschließen. Das neue Skigebiet war in weniger als einem Jahr fertig. 


Der Masik-Pass liegt nahe Wonsan in der Provinz Gangwon an der Ostküste. Es lässt sich dort vom Spätherbst bis Anfang des Frühlings Ski fahren. Es war in den 1920er Jahren auch das erste Skigebiet auf der koreanischen Halbinsel. Später jedoch, insbesondere nach dem Korea-Krieg, existierte das Masik-Pass-Skiresort nur noch dem Namen nach. In seinem ersten Herrschaftsjahr ordnete Kim Jong-un an, das Gebiet zu einer Tourismusattraktion von Weltrang zu entwickeln. Ziel war es auch, Devisen von ausländischen Touristen einzunehmen. Kim soll während seiner Schulzeit in der Schweiz Ski gefahren sein: 


Es gibt dort zehn Skipisten für Anfänger und Fortgeschrittene, die vom Taehwa-Gipfel aus gehen, der Spitze des Masik-Pass-Skiegebiets in 1360 Meter Höhe. Die Besucher können dort verschiedene Wintersportarten betreiben, wie etwa rodeln oder Ski fahren. Ein Luxushotel im Resort hat 250 Zimmer für Ausländer und 150 für Einheimische. Die Hoteleinrichtungen umfassen Billardtische, einen Swimmingpool, eine Videospielhalle, einen Friseurladen, Restaurants, ein Café und eine Sauna. 


Das Resort hat eine Fläche von 14 Millionen Quadratmetern, und die Skipisten haben zusammen eine Länge von 49,6 Kilometern. Vor vier Jahren stellte die offizielle Zeitung Rodong Sinmun das Skigebiet als Nationalschatz vor. Es sei ein Skiresort auf Weltklasseniveau:


Einheimische können frei zum Skiresort reisen, solange sie Geld haben. Ein Drei-Tagesaufenthalt kostet etwa 400 Dollar. Ich hörte, dass sechs Nordkoreaner ihr Geld zusammengelegt haben und zum Resort gefahren sind, nur um die extravaganten Einrichtungen dort zu nutzen. Mit dem Geld hätten sie Reis für ein ganzes Jahr kaufen können. Doch sie sagten, dass der Besuch es wert war. Ich war überrascht, das zu hören. 


In manchen Gebieten Nordkoreas ist Skifahren ein Teil des Lebens. In der Provinz Gangwon, in der im Winter viel Schnee liegt, müssen die Schüler auf Skiern zur Schule fahren. Viele wohlhabende Familien in Nordkorea reisen zum Skigebiet am Masik-Passe einmal im Jahr. Schüler und Studenten oder auch Arbeiter, die sich in ihren Schulen oder am Arbeitsplatz auszeichnen, können ebenfalls das Resort nutzen: 


Als Teil der Werbeaktivitäten hat Nordkorea eine Reihe von Ausländern in das Resort eingeladen, darunter auch Diplomaten in Pjöngjang und den japanischen Abgeordneten und früheren Ringer Antonio Inoki. Vor den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang hielten Skilangläufer aus Süd- und Nordkorea am Masik-Pass gemeinsame Trainingseinheiten ab. In dem sehr modernen Skiresort scheint es möglich, internationale Wettkämpfe auszurichten. 


Vor den Olympischen Winterspielen 2018 galt das gemeinsame Training von Sportlern aus Süd- und Nordkora auch als ein Zeichen der Aussöhnung. Der chinesische Sender CCTV berichtete zuletzt über das Skigebiet, während Nordkorea damit begann, es neu zu schmücken, um chinesische Touristen anzulocken. Kann der Wunsch, es als internationale Touristenattraktion zu entwickeln, in Erfüllung gehen? 


Ich bin mir sicher, das es das wird. Das Masik-Pass-Skiresort liegt in der Nähe der Wonsan-Kalma-Tourismuszone, die sich im Bau befindet. Eine Reise könnte von diesem Touristengebiet an der Ostküste und dem Skiresort bis zu den nördlichen Regionen mit den Bergen Chilbo und Paektu gehen. Es ist derzeit schwierig wegen der internationalen Sanktionen, diese Reiseroute zu entwickeln. Doch Nordkorea betont die Selbstständigkeit so stark, dass es bis zu einem gewissen Grad die nötige Infrastruktur bauen wird.

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