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Nordkorea

Die buddhistische Religion in Nordkorea

#Blick auf Nordkorea l 2020-04-30

Schritte zur Wiedervereinigung

ⓒ YONHAP News

Zu Buddhas Geburtstag am 30. April gab es in Südkorea die gewöhnlichen Feierlichkeiten in den Tempeln im ganzen Land, einschließlich des Jogye-Tempels in Seoul, der als Zentrum des Jogye-Ordens des koreanischen Buddhismus gilt. Obwohl es in Nordkorea keine wirkliche Religionsfreiheit gibt, werden buddhistische Riten zu feierlichen Anlässen wie Buddhas Geburtstag in den Tempeln des Landes durchgeführt. Dazu sagt die Expertin Chung Eun-chan vom Institut für Vereinigungserziehung:  


Buddhas Geburtstag ist in Südkorea ein Feiertag, doch nicht in Nordkorea. Doch hält Nordkorea zu diesem Anlass buddhistische Zeremonien ab. Buddhistische Veranstaltungen in Nordkorea begannen mit Buddhas Geburtstag im Mai 1988, als es Feiern im Pohyon-Tempel am Berg Myohyang gab. Seitdem hielt das Land jedes Jahr drei wichtige buddhistische Veranstaltungen ab. Weil Buddhas Geburtstag kein Feiertag ist, kann nur eine begrenzte Zahl von Buddhisten, die vom Staat ausgewählt werden, an den entsprechenden Zeremonien teilnehmen. Diese Veranstaltungen haben den Zweck, nach außen zu zeigen, dass Nordkorea die Religionsfreiheit garantiert. Auch sind sie dazu gedacht, den Austausch zwischen buddhistischen Gemeinden weltweit zu fördern. 


An der Oberfläche wird Buddhismus in Nordkorea praktiziert, und das Land propagiert den Jogye-Orden, der eine der buddhistischen Schulen ist. In einer Umfrage des Datenbankzentrums zu den Menschenrechten in Nordkorea antworteten 99,6 Prozent der mehr als 13.000 befragten nordkoreanischen Flüchtlinge in Südkorea, dass die Nordkoreaner nicht frei seien in der Religionsausübung. Einige Nordkoreaner würden sogar dafür bestraft:


In Paragraph 68 der Verfassung erklärt Nordkorea, dass die Bürger Religionsfreiheit genießen. Er besagt, dass das Recht durch die Billigung des Baus religiöser Einrichtungen und religiöser Zeremonien garantiert ist. Niemand dürfe Religion als Mittel benutzen, um ausländische Mächte ins Land zu bringen oder die soziale Ordnung zu zerstören. Nordkorea billigt religiöse Gruppe wie die Koreanische Föderation des Buddhismus und die Föderation der Christen, um zu demonstrieren, dass die Religionsfreiheit anerkannt ist. Doch die Menschen, die diesen Verbänden angehören, haben ihre Tätigkeit nicht aus freiem Willen gewählt. Sie führen eine Arbeit aus, die ihnen von der Regierung zugeteilt wurde. Religiöse Aktivitäten dienen dem Zweck, das Regime zu erhalten und sie nach außen hin zu fördern. 


Buddhistische Mönche in Nordkorea gelten daher als religiöses Personal, das von der Arbeiterpartei delegiert wird. Für den Austausch mit dem Ausland bildet die Religionsabteilung an der Kim Il-sung-Universität entsprechende Funktionäre aus. Die meisten Mönche sind verheiratet: 


Die Südkoreaner würden nordkoreanische Mönche nicht buddhistische Priester nennen. Sie sehen sie eher als eine Art Tempel-Manager. Wenn ausländische Gäste zu Besuch kommen, hüllen sich die Mönche in rote Roben, damit sie wie Priester aussehen. Es gibt kaum reguläre Zeremonien, geschweige denn eine Praxis der Askese. 


Vor der Teilung Koreas gab es im nördlichen Teil der Halbinsel 700 buddhistische Priester. 2014 gab es nur noch 300. Der Korea-Krieg und die Verfolgung von religiösen Menschen werden als Hauptgrund für den Rückgang gesehen. Vor der Befreiung von japanischer Kolonialherrschaft im Jahr 1945 gab es im Norden über 400 Tempel im Land, jetzt sind es nur noch etwa 60: 


In dem Buch “Tempel in Nordkorea”, das 2009 von der Koreanischen Stiftung zur Förderung des Buddhismus in Südkorea veröffentlicht wurde, gibt es 64 Tempel in Nordkorea, die den Standards entsprechen. Zu den bekannten Tempeln gehören etwa der Pohyon-Tempel am Myohyang-Berg und der Kwangbop-Tempel am Berg Taesong. 


Doch Nordkorea hat einiges dafür getan, bestehende Tempel wiederherzustellen oder zu renovieren, darunter 1961 den Jahye-Temple in der Provinz Hwanghae, der von einer Katastrophe zerstört wurde: 


In Nordkorea werden buddhistische Tempel als kulturelle Überreste der Vergangenheit gesehen, nicht so sehr als Ort des Gebets. Die Tempel zu schützen, ist also ein Akt zur Erhaltung von Kulturschätzen. Religiöse Funktionäre werden in der Religionsabteilung der Kim Il-sung-Universität ausgebildet. Die Abteilung gehört zur Geschichtsfakultät, nicht zur philosophischen. Es ist wichtig, aus der Geschichte zu lernen. Nordkorea benutzt die Geschichte als Propagandawerkzeug, um das Regime zu fördern. Über die buddhistischen Tempel will Nordkorea zeigen, dass es ein normaler Staat ist, in dem Religion nicht unterdrückt wird. Es benutzt Tempels als Kanal, über den internationale Hilfe empfangen wird.

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