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Welt

Myanmar lässt Reuters-Journalisten vorzeitig frei

#Asien Kompakt l 2019-05-08

Kreuz und Quer durch Korea

© YONHAP News

Zwei Reuters-Journalisten, die wegen ihrer Berichterstattung über ein Massaker an Rohingyas verurteilt worden waren, sind nach 511 Tagen durch einen Gnadenerlass freigekommen. Die Journalisten durften die Haftanstalt in Rangun vorzeitig verlassen, wie die Nachrichtenagentur bestätigte. 


Kyaw Soe Oo und sein Kollege Wa Lone wurden in ihrer Heimat Myanmar zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil sie sich bei Recherchen zu Massakern an Muslimen illegal Zugang zu Staatsgeheimnissen verschafft haben sollen. Die Reuters-Mitarbeiter hatten im September 2017 über die Tötung von zehn Rohingya-Männern durch bewaffnete Soldaten berichtet. Im Zuge der Recherchen wurden pensionierte Soldaten und Augenzeugen interviewt. Im Dezember nahm ein angeblicher Polizeibeamter Kontakt mit ihnen auf, der ihnen geheime Dokumente übergeben wollte. Auf dem Weg zum Treffpunkt wurden die Journalisten verhaftet. 


Beobachtern nach habe der Protest der Internationalen Gemeinschaft die Regierung in Myanmar zur Freilassung der Reporter bewogen. Die britische Regierung sowie internationale Menschenrechtsorganisationen forderten deren Freilassung. Auch das US-Außenministerium kritisierte Myanmar, das Recht der freien Meinungsäußerung zu unterdrücken. Die Times wählte die beiden Journalisten letztes Jahr zu den Personen des Jahres. Im April waren Wa Lone und Kyaw Soe Oo mit dem prestigeträchtigen Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden.


The Guardian zufolge habe es monatelange Verhandlungen zwischen der Regierung in Myanmar, den Vereinten Nationen und Reuters gegeben. Der freigelassene Wa Lone sagte, er wolle seine Arbeit fortsetzen. Er könne es kaum erwarten, in die Redaktion zurückzukehren.

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