Zum Menü Zum Inhalt

Welt

Demonstrationen in Hongkong ufern aus

#Asien Kompakt l 2019-07-03

Kreuz und Quer durch Korea

© YONHAP News

In Hongkong sind die Proteste gegen das geplante Auslieferungsgesetz ausgeufert. In der Nacht zu Dienstag wurde das Parlamentsgebäude in Hongkong von Demonstranten gestürmt und verwüstet. Die anfangs friedlichen Demonstrationen in der Sonderverwaltungszone stoßen damit unter den Mitbürgern der Stadt sowie international auf Kritik, wie die „Southchina Morning Post“ berichtet. 


Von der US-Handelskammer in Hongkong hieß es, man unterstütze zwar den Widerstand gegen das Auslieferungsgesetz, den Einsatz von Gewalt könne man aber nicht befürworten. Auch die Hongkonger Handelskammer veröffentlichte eine Erklärung, in der sie die gewaltsame Besetzung des Parlamentsgebäudes aufs Schärfste verurteilte. 


Nach den schweren Ausschreitungen droht sich nun auch die Protestbewegung aufzuspalten in einen harten Kern der Demonstranten und die Zehntausenden, die weiterhin friedlich protestieren wollen. Insbesondere junge Demonstranten, die sich mit dem neulich aus der Haft entlassenen Aktivisten Joshua Wong identifizieren, neigen zu Radikalismus. 


Bei der Erstürmung des Parlamentsgebäudes hatten sie das Innnere des Gebäudes stark verwüstet. Sie beschädigten die Porträts der Regierungschefs und beschmierten die Wände mit Parolen wie „Hongkong ist nicht China“. Das Emblem der chinesischen Sonderverwaltungszone wurde entfernt und an dessen Stelle die britische Kolonialflagge Hongkongs in den Saal gehängt. Gegen Mitternacht räumte die Polizei das Gebäude, es herrscht jedoch auch unter den Honkongern die Meinung vor, dass die Grenzen des zivilen Ungehorsams überschritten worden seien. 


Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam prangerte Stunden später einen „extremen Einsatz von Gewalt“ an. Peking forderte polizeiliche Ermittlungen gegen die „gewalttätigen Angreifer“. Die Hongkonger Regierung hat eine umfangreiche Suche nach den Teilnehmern der Aktion gestartet, die sie hart bestrafen will. Laut der „Southchina Morning Post“ gebe es die Meinung, die Demonstranten hätten mit den Ausschreitungen der Regierungschefin einen Weg geöffnet, um zurückzuschlagen.

Die Redaktion empfiehlt