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Welt

Iranisches Parlament will Urananreicherung auf 20 Prozent erhöhen

#Asien Kompakt l 2020-12-02

Kreuz und Quer durch Korea

ⓒ YONHAP News

Nach dem tödlichen Anschlag auf den iranischen Atomphysiker Mohsen Fachrisadeh am vergangenen Freitag hat das Parlament in Teheran für ein Gesetz gestimmt, wonach der Iran ungeachtet seiner internationalen Verpflichtungen die Urananreicherung auf 20 Prozent erhöhen soll. 


Laut dem Gesetz kann die iranische Atomorganisation (AEOI) pro Jahr 120 Kilogramm 20-prozentiges Uran herstellen und lagern. In Zukunft solle auch der Vorrat an schwach angereichertem Uran auf 500 Kilogramm im Monat aufgestockt und die Herstellung von schnelleren Zentrifugen ermöglicht werden. 


Der Iran hatte in der Vergangenheit bis zu 20 Prozent Uran angereichert. Aufgrund des im Jahr 2015 unterzeichneten internationalen Atomabkommens in Wien verpflichtete sich die Islamische Republik jedoch dazu, ihren Urananreicherungsgrad in den kommenden 15 Jahren auf 3,67 Prozent zu beschränken. Als Gegenleistung wurden Sanktionslockerungen versprochen. Unter US-Präsident Donald Trump traten die USA jedoch 2018 einseitig aus dem Abkommen aus. Seitdem verhängte Washington zahlreiche Sanktionen gegen Teheran. Als Reaktion darauf rückt auch der Iran seinerseits schrittweise von dem Vertrag ab.


Für den Bau einer Atombombe wird meist Uran von einem Anreicherungsgrad von etwa 90 Prozent verwendet. Laut dem letzten IAEA-Bericht reicherte Teheran zuletzt Uran auf einen Reinheitsgrad an, der knapp unter dem Grenzwert von 4,5 Prozent lag, den die Internationale Atomenergieorganisation IAEA, vorsieht. 


Das vom iranischen Parlament verabschiedete Gesetz sieht zudem eine Abkehr von den Inspektionen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) vor, sollten die europäischen Länder, die das Wiener Abkommen mit unterzeichnet hatten, binnen einem Monat ihre Erdöl- und Finanzsanktionen nicht lockern. Entscheidungen über das Atomprogramm werden jedoch nicht vom Parlament, sondern vom Nationalen Sicherheitsrat getroffen. AP zufolge sei das Gesetz daher eher eine Reaktion auf Fachrisadehs Ermordung. 


Laut Informationen der iranischen Nachrichtenagentur Fars soll der renommierte Atomwissenschaftler in einer kleinen Stadt nahe Teheran auf offener Straße mit einem ferngesteuerten Maschinengewehr erschossen worden sein. Teheran macht Israel und die USA für seinen Tod verantwortlich. Nach Berichten eines iranischen Senders soll offenbar bei dem Attentat eine Waffe aus israelischer Herstellung verwendet worden sein. 


Fachrisadeh war Mitglied der iranischen Revolutionsgarden und ein Experte für die Herstellung von Raketen. Er galt als Kopf des iranischen Atomprogramms.

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