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Die 1940er Jahre

Befreiung und Teilung

Korea wurde im Jahr 1945 kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von der japanischen Kolonialherrschaft befreit. Allerdings hielten sowjetische und US-amerikanische Truppen die Gebiete nördlich und südlich des 38. Breitengrades besetzt, wodurch der Grundstein für die Teilung der Halbinsel gelegt wurde.

Kim Il-sung spricht auf einem Massenkongress am 14. Oktober 1945 im Gongsul-Stadion in Pjöngjang

Mit Unterstützung der Sowjetunion stieg Kim Il-sung in der Machthierarchie auf und wurde schließlich Leiter des neu eingerichteten Provisorischen Volkskomitees. Im Jahre 1946 wurde aus dieser Organisation dann die „Partei der Arbeiter Nordkoreas“ gegründet, die vom kommunistischen Denken inspirierte Gesetze erließ - wie etwa die Neuverteilung des Grundbesitzes im Frühjahr 1946. Am 9. September 1948 wurde die DVRK (Demokratische Volksrepublik Korea (조선 민주주의 인민 공화국, Joseon Minjujueui Inmin Gonghwaguk, 朝鮮民主主義人民共和國) ausgerufen.

Zu dieser Ausrufung der DVRK hatten Kontroversen über ein geplantes UN-Treuhandgebiet, Konflikte zwischen linken und rechten Gruppen sowie das Klima eines heraufziehenden Kalten Krieges, das die koreanische Insel beherrschte, geführt. Unter der Aufsicht der UN wurde in Südkorea eine demokratische Wahl abgehalten, und am 15. August 1948 wurde die Republik Korea (대한민국, Daehan Minguk, 大韓民國) ausgerufen. Dadurch war die Trennung der koreanischen Halbinsel vollzogen.

Die Ausrufung der DVRK

Anstrengungen zur Einrichtung einer sogenannten „Diktatur des Proletariats“ wurden unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1945 und der anschließenden Besatzung durch sowjetische Truppen unternommen. Im Jahre 1945 wurden Volkskomitees in jeder der fünf Provinzen eingerichtet. Unter dem sowjetischen Kommando schlossen diese sich zu einer Föderation zusammen und wurden am 8. Oktober in das „Administrativbüro der fünf Provinzen“ umgewandelt. 1946 wurden landesweite Wahlen für die Provinz-, Stadt- und Landkreiskomitees abgehalten.

1947 wurden dann bei einer Generalversammlung der Regionalkomitees die 237 Mitglieder für die „Nordkoreanische Volksversammlung“ ernannt. Deren erste Sitzung, die vom 21. bis 22. Februar 1947 stattfand, hatte die Schaffung des aus 22 Mitgliedern bestehenden „Provisorischen Volkskomitees Nordkoreas“ zur Folge, dessen Vorsitzender Kim Il-sung war. Als die UN-Generalversammlung den Entschluss fasste, dass freie Wahlen in ganz Korea stattfinden sollten und die sogenannte „Provisorische UN-Kommission“ gründete, beschleunigten die Verantwortlichen im Norden die Gründung einer „Volksrepublik“.

Am 8. September 1948 wurde bei einer Sitzung OVV Kim Il-sung zum Präsidenten gewählt. (von links): Kim Chaek (Vizepräsident), Park Hun-young (Präsident der Namrodang), Kim Il-sung

Bei der dritten Sitzung der „Nordkoreanischen Volksversammlung“ am 18. und 19. November 1947 wurde ein „Provisorisches Verfassungskomitee“ gegründet. Bis zum 20. Dezember 1947 war ein Entwurf für eine Verfassung ausgearbeitet und auf einer Sondersitzung der Volksversammlung am 28. April 1948 bestätigt als „Verfassung der Volksrepublik“. Am 25. August wurden Wahlen abgehalten, um die 212 Mitglieder der OVV (Oberste Volksversammlung) zu bestallen. Dies geschah mit einer Wahlbeteiligung von 99,97% und 98,49% Ja-Stimmen. Nordkorea gab weiterhin bekannt, dass bei der Konferenz der „Vertreter des südkoreanischen Volkes“ 360 weitere Mitglieder zur OVV gewählt worden seien.

Die erste Sitzung der OVV mit 572 Mitgliedern fand vom 2. bis zum 10. September 1948 in Pjöngjang statt. Während dieser Sitzungsperiode wurde die Verfassung offiziell rechtsgültig gemacht. Am 9. September wurde die „Demokratische Volksrepublik Koreas“ proklamiert und deren Regierung mit Kim Il-sung an der Spitze ausgerufen.