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Zusammenfassung: Charakteristika des Regimes in Nordkorea

Die drei Schlüsselwörter zum Verständnis des nordkoreanischen Regimes sind: „Einparteienherrschaft“, „Ein-Mann-Herrschaft“ und „dynastische Herrschaft“.

„Einparteienherrschaft“

Die Einparteienherrschaft ist ein Merkmal, das die meisten sozialistischen Staaten in der Vergangenheit geteilt haben. Hierbei steht eine die führende Ideologie verkörpernde Partei an der Spitze der politischen Machtstruktur, wobei die Partei legislative, exekutive und judikative Gewalt ausüben kann. Die Partei herrscht nicht nur über den Staat, sondern „kontrolliert“ gesellschaftliche Organisationen sowie das Leben der Menschen. Daher kann man Nordkorea als „Parteistaat“ bezeichnen, in dem Institutionen und Organisationen der Partei und des Staates miteinander verflochten sind. Obwohl es mehr als eine Partei in Nordkorea gibt, handelt es sich bei diesen Parteien nicht etwa um oppositionelle Lager, sondern um „Bruderparteien“. Die Regierungspartei in Nordkorea ist die PdAK (Partei der Arbeit Koreas, Joseon Rodongdang, 조선 로동당, 朝鮮 勞動黨).

Die Schlüsselwörter zum Verständnis des politischen Systems Nordkoreas sind: „Einparteienherrschaft“, „Ein-Mann-Herrschaft“ und „dynastische Herrschaftsnachfolge“. Bild rechts: Zeremonie zum 60. Jahrestag der Koreanischen Volksarmee

„Ein-Mann-Herrschaft“

Die „Ein-Mann-Herrschaft“ ist ein typisches Merkmal von Diktaturen. Während die Staatsgewalt in den Händen der Herrschaftspartei liegt, hat innerhalb der Partei eine einzige Person alle Macht. Der Terminus „monolithisch“ wurde in Nordkorea ursprünglich zur Bezeichnung eines „monolithischen Denksystems“ verwendet. Doch dieses Denksystem ist vom Vorsitzenden der Partei verfasst. In der nordkoreanischen Gesellschaft ist der Parteivorsitzende die „Verkörperung des geordneten Willens der Partei als Ganzes“ und der „monolithische Oberbefehlshaber der soziopolitischen Entität Nordkorea“. Daher ist die Position und damit auch die Macht des Parteivorsitzenden einzigartig und unangefochten.

„Dynastische Herrschaft“

Nordkorea ist einzigartig in dem Sinne, dass es eine kommunistische Regierung hat, bei der eine „dynastische Herrschaftsnachfolge“ (als logische Folge der „Ein-Mann-Herrschaft“) erfolgreich vollzogen worden ist. Das System der „dynastischen Herrschaft“ stattet den Erben mit dem Recht aus, die „Nachfolge als Oberkommandierender anzutreten“ auf der Grundlage, dass er das Denken, die Leistungsfähigkeit und die Fähigkeiten seines Vaters geerbt hat.

Vorbereitungen für die dynastische Herrschaftsnachfolge waren schon zu Beginn der 1970er Jahre getroffen worden. Die Ordnung der dynastisch-herrschaftlichen Dinge war zu dem Zeitpunkt konsolidiert, als Kim Il-sung sagte: „Genosse Kim Jong-il ist vollauf in der Lage, seine Pflichten [als Führer] zu erfüllen.“ In der Folge von Kim Il-sungs Tod und der Ernennung Kim Jong-ils zum Generalsekretär der PdAK im Oktober 1997 wurde die dynastische Herrschaftsnachfolge erfolgreich vollzogen, als Kim Jong-il das Amt des Vorsitzenden der Nationalen Verteidigungskommission im September 1998 antrat.