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Erstes Treffen

Verlauf des ersten innerkoreanischen Gipfels

Verlauf des ersten innerkoreanischen Gipfels

Die Verwirklichung des ersten innerkoreanischen Gipfeltreffens war der günstigen Entwicklung des politischen Umfeldes der koreanischen Halbinsel zu verdanken, wozu unter anderem eine Reihe von innerkoreanischen Gesprächen und die Beendigung des Kalten Kriegs geführt hatten.

Von der gemeinsamen Erklärung vom 4. Juli bis zur Berliner Erklärung

Im Jahre 1974 haben beide Koreas durch die Veröffentlichung der gemeinsamen Erklärung vom 4. Juli die Welt in Erstaunen versetzt. Dies war ein Ergebnis eines geheimen Nordkoreabesuchs des damaligen Nachrichtendienstchefs Lee Hu-rak. Zwar wurde schon zuvor ein Weg zu innerkoreanischen Gesprächen auf privater Ebene geöffnet. Ein innerkoreanischer Kontakt zwischen beiden Regierungen, der Nordkoreabesuch eines Sonderbotschafters des Präsidenten und noch dazu eine gemeinsame Erklärung waren jedoch epochal. Die Erklärung wurde anschließend durch beide Staaten zur Verstärkung des eigenen Machtsystems innenpolitisch missbraucht, so dass schließlich keine großen Fortschritte in den innerkoreanischen Beziehungen erzielt wurden.

Der erste innerkoreanische Gipfel hätte beinahe im Jahre 1994 stattgefunden. Beiden Staaten war es gelungen, hinter den Kulissen einen Termin für das Gipfeltreffen zwischen dem damaligen Präsidenten Südkoreas Kim Young-sam und dem nordkoreanischen Staatsgründer Kim Il-sung festzulegen. Die Koreas hatten sich damals auf einen Gipfel vom 25. bis 27. Juli geeinigt. Durch den drastischen politischen Wandel der Völkergemeinschaft, unter anderem durch das Ende des Kalten Kriegs und den Zusammenbruch des Ostblocks änderte sich die politische Lage im Umfeld der koreanischen Halbinsel gravierend. Die Einigung auf den ersten Gipfel war nämlich der Verringerung der Mauer des Kaltes Kriegs zu verdanken. Das historische Treffen scheiterte jedoch, weil Kim Il-sung um 2 Uhr am 8. Juli, 17 Tage vor dem Gipfeltreffen, überraschend gestorben war. Ein Gipfel zwischen beiden Kims, der das erste historische innerkoreanische Gipfeltreffen werden sollte, scheiterte zwar, doch dies ebenete den Weg zur Verwirklichung des innerkoreanischen Gipfeltreffens.

Nach dem Tod von Kim Il-sung übernahm sein Sohn Kim Jong-il die Macht. Im Süden wurde Kim Dae-jung durch den Machtwechsel zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Kim Dae-jung hat auf der Basis der Aussöhnung mit Nordkorea und Umarmung des Bruderstaats die so genannte „Sonnenscheinpolitik“ vorangetrieben. Eine engagierte Aktion im Rahmen der Sonnenscheinpolitik war die Berliner Erklärung, die Kim Dae-jung am 9. März 2000 verkündete. Darin hat der Süden gegenüber Nordkorea vier Vorschläge gemacht: direkter Dialog und Kooperation zwischen Nord und Süd, die Beendigung des Kalten Kriegs sowie die Friedensetablierung auf der koreanischen Halbinsel, mehr Engagement für in beiden Teilstaaten getrennt lebende Familien und Austausch von Sonderbotschaftern der Staatschefs. Dadurch hat Südkorea dem Norden eine konkrete Botschaft der Aussöhnung übermittelt.

Das erste innerkoreanische Gipfeltreffen

Die Berliner Erklärung scheint in Abstimmung mit Nordkorea verkündet worden zu sein. Schon Mitte Februar kamen innerkoreanische Arbeitsgespräche zustande. Einige Mitglieder des südkoreanischen Arbeitsteams und Vertreter des nordkoreanischen Komitees für Frieden in Asien-Pazifik sowie des nordkoreanischen Komitees für friedliche Vereinigung des Vaterlandes haben die Arbeitsgespräche fortgeführt.
Am 15. März, kurz nach der Veröffentlichung der Berliner Erklärung, hat Präsident Kim Dae-jung den damaligen Minister für Kultur und Tourismus Park Ji-won insgeheim zu seiner Residenz bestellt und zum Sonderbotschafter ernannt. Der Grund war, dass es kaum zu verheimlichen gewesen wäre, wenn Vereinigungsminister Park Jae-kyu zum Sonderbotschafter ernannt worden wäre. Park hat am 17. und 22. März und am 8. April Schanghai und Peking besucht, um mit dem Vizevorsitzenden des nordkoreanischen Komitees für Frieden in Asien-Pazifik Song Ho-kyung zusammenzutreffen.

Einigungen auf Arbeitsebene zwischen Delegationen beider Staaten wurden durch Park und Song bestätigt. Auffällig ist jedoch, dass nach dem Kontakt im März bis zum nächsten und somit letzten Kontakt im April mehr Zeit verstrich. Dies zeigte, dass die Gespräche wegen übertriebener Forderungen Nordkoreas schwierig verlaufen waren. Nordkorea soll unter anderem die Abschaffung des südkoreanischen, anti-kommunistisch geprägten Nationalen Sicherheitsgesetzes als Vorbedingung für den ersten Korea-Gipfel gestellt haben.

Die Einigung auf den ersten Korea-Gipfel wurde überraschend erzielt. Am 7. April hat Nordkorea Vorschläge des Südens akzeptiert und Verhandlungen vorgeschlagen. Am 8. April sind Park ji-won und Song Ho-kyung in Peking zusammengetroffen. Nach einem 3 Stunden 25 Minuten dauernden Gespräch haben beide Seiten das Einigungsdokument für das erste innerkoreanische Gipfeltreffen unterzeichnet. Somit konnte der erste Gipfel zwischen Kim Dae-jung und Kim Jong-il verwirklicht werden.

Am 10. April haben Vereinigungsminister Park Jae-kyu und der Minister für Kultur und Tourismus Park Ji-won vor Journalisten aus dem In- und Ausland im Regierungsgebäude in Seoul die Einigung auf den Gipfel und den Termin offiziell bekannt gegeben. Damals waren es noch drei Tage bis zu den Parlamentswahlen im Süden. Deswegen löste die Terminbekanntgabe Debatten aus, dass die Kim Dae-jung-Regierung den Korea-Gipfel innenpolitisch missbraucht habe.

Chronik des Zustandekommens des 1. innerkoreanischen Gipfels

Vor 2000
Vor 2000
4. Juli 1972 Veröffentlichung der gemeinsamen Erklärung vom 4. Juli
(Durch einen geheimen Nordkoreabesuch des damaligen Nachrichtendienstchefs Lee Hu-rak zustande gekommen, erste innerkoreanische Regierungsgespräche)
25. bis 27. Juli 1994 Geplanter Gipfel zwischen Kim Young-sam und Kim Il-sung wegen überraschenden Todes von Kim Il-sung gescheitert
2000
2000
Mitte Februar Kontaktaufnahme zwischen Mitgliedern eines südkoreanischen Arbeitsteams und Vertretern der nordkoreanischen Komitees für Frieden in Asien-Pazifik sowie Vereinigung des Vaterlandes
9. März Präsident Kim Dae-jung verkündet Berliner Erklärung
Vier Vorschläge:
▲ direkter Dialog und Kooperation zwischen Nord- und Süd
▲ die Beendigung des Kalten Kriegs sowie Friedensetablierung auf der koreanischen Halbinsel
▲ mehr Engagement für in beiden Teilstaaten getrennt lebende Familien
▲ Austausch von Sonderbotschaftern der Präsidenten
17. März Erster Kontakt zwischen Minister Park Ji-won und dem Vizechef des nordkoreanischen Komitees für Frieden in Asien-Pazifik Song Ho-kyung in Schanghai
22. März Zweiter Kontakt zwischen Park und Song in Peking
7. April Nordkorea schlägt Gespräche in Peking vor
8. April Dritter Kontakt zwischen Park und Song Nach 3 Stunden 25 Minuten Einigungsdokument für ersten Korea-Gipfel unterzeichnet
10. April Vereinigungsminister Park Jae-kyu und Kulturminister Park Ji-won geben vor der Presse am Regierungssitz in Seoul Einigung auf ersten Korea-Gipfel offiziell bekannt
13. bis 15. Juni Das erste innerkoreanische Gipfeltreffen in Pjöngjang

Ergebnisse des ersten innerkoreanischen Korea-Gipfels

Das erste innerkoreanische Gipfeltreffen wird immer mit dem Attribut „historisch“ versehen. Denn die Tatsache an sich, dass die Staatschefs beider Teilstaaten zusammengekommen waren, ist von großer Bedeutung.

Die Ergebnisse des ersten innerkoreanischen Gipfeltreffens sind in der gemeinsamen Erklärung vom 15. Juni zusammengefasst. Einige führten nach dem Gipfel zu gemeinsamen Projekten und haben beachtliche Erfolge mit sich gebracht. Einige Einigungen warten noch auf eine Umsetzung. Vertiefung und Ausbau der innerkoreanischen Beziehungen allgemein sind ebenfalls Errungenschaften im Zusammenhang mit der gemeinsamen Erklärung vom 15. Juni.

In der gemeinsamen Erklärung zusammengefasste Leistungen

Die gemeinsame Erklärung besteht aus einer Präambel, fünf Einigungen und einem letzten Teil, wo Kim Jong-ils Gegenbesuch in Südkorea vorgeschrieben ist.

Die fünf Einigungen
1. Selbständige Vorantreibung der Wiedervereinigung
2. Anstrebung einer Wiedervereinigung in Richtung des südkoreanischen Wiedervereinigungskonzepts der Konföderation und des nordkoreanischen Konzepts des Föderalismus niedriger Stufe
3. Lösung humanitärer Angelegenheiten (Besuchsaustausch zwischen getrennt lebenden Familien und Lösung von aus ideologischen Gründen inhaftierten Langzeithäftlingen im Süden)
4. Förderung des Wirtschaftsaustausches und Vertrauensaufbau
5. Veranstaltung von Regierungsgesprächen zur Umsetzung der obigen Einigungen

Repräsentative Leistungen nach der Erklärung vom 15. Juni

Die direkten Leistungen der gemeinsamen Erklärung vom 15. Juni und die daraus resultierenden repräsentativen Leistungen sind folgende:

Das erste innerkoreanische Gipfeltreffen wird immer mit dem Attribut „historisch“ versehen. Denn die Tatsache an sich, dass die Staatschefs beider Teilstaaten zusammengekommen waren, ist von großer Bedeutung.

Die Ergebnisse des ersten innerkoreanischen Gipfeltreffens sind in der gemeinsamen Erklärung vom 15. Juni zusammengefasst. Einige führten nach dem Gipfel zu gemeinsamen Projekten und haben beachtliche Erfolge mit sich gebracht. Einige Einigungen warten noch auf eine Umsetzung. Vertiefung und Ausbau der innerkoreanischen Beziehungen allgemein sind ebenfalls Errungenschaften im Zusammenhang mit der gemeinsamen Erklärung vom 15. Juni.

In der gemeinsamen Erklärung zusammengefasste Leistungen

Die gemeinsame Erklärung besteht aus einer Präambel, fünf Einigungen und einem letzten Teil, wo Kim Jong-ils Gegenbesuch in Südkorea vorgeschrieben ist.

Die fünf Einigungen
1. Selbständige Vorantreibung der Wiedervereinigung
2. Anstrebung einer Wiedervereinigung in Richtung des südkoreanischen Wiedervereinigungskonzepts der Konföderation und des nordkoreanischen Konzepts des Föderalismus niedriger Stufe
3. Lösung humanitärer Angelegenheiten (Besuchsaustausch zwischen getrennt lebenden Familien und Lösung von aus ideologischen Gründen inhaftierten Langzeithäftlingen im Süden)
4. Förderung des Wirtschaftsaustausches und Vertrauensaufbau
5. Veranstaltung von Regierungsgesprächen zur Umsetzung der obigen Einigungen

Repräsentative Leistungen nach der Erklärung vom 15. Juni

Die direkten Leistungen der gemeinsamen Erklärung vom 15. Juni und die daraus resultierenden repräsentativen Leistungen sind folgende:
Über getrennt lebende Familien Fortsetzung von Zusammenführungen
Einrichtung von Treffpunkt (wird noch vorbereitet)
Konkretisierung und Vertiefung von Wirtschaftsprojekten Projekt zum innerkoreanischen Industriekomplex Gaesung
Projekt zur Anbindung der grenzüberschreitenden Straßen- und Bahnlinien Donghae und Gyeongui
Kooperation in der Leichtindustrie und Erschließung von Bodenschätzen
Innerkoreanische Gespräche ㆍ Ministergespräche (bis Juni 21 Mal veranstaltet, de facto regelmäßig)
ㆍ Wirtschaftsgespräche (diverse konkrete Wirtschaftsprojekte im Gange oder in der Diskussion)
ㆍ Militärgespräche (durch eine Reihe von Arbeitsgesprächen und Gespräche auf Generalsebene und ein Verteidigungsministergespräch wird militärisches Vertrauen aufgebaut. Ein Verteidigungsministertreffen fand jedoch nur einmal statt)

Umfassende Ergebnisse in den innerkoreanischen Beziehungen

Das größte Ergebnis des ersten innerkoreanischen Gipfeltreffens besteht darin, das Eis des Kalten Krieges zum Schmelzen gebracht zu haben. Außerdem sind die innerkoreanischen Beziehungen, die lange nur auf der Ebene des Roten Kreuzes oder als Familienzusammenführungen stattfanden, offiziell auf die Regierungsebene aufgestuft worden.

1. Historische und symbolische Bedeutung
Durch das Händeschütteln der Staatschefs wurde das Paradigma der bis dahin feindseligen innerkoreanischen Beziehungen geändert.
2. Förderung von gegenseitigem Vertrauen
Kontinuierliche Regierungsgespräche und Austausch auf privater Ebene bieten eine Basis für die Förderung des gegenseitigen Vertrauens und gemeinsamer Interessen.

Das Erreichte ist das Ergebnis von viel Geduld. Doch hätte sich Nordkorea konstruktiver und offener verhalten, hätten die Ergebnisse noch besser ausfallen können, und man hätte noch mehr Leistungen erwarten können. Jedoch darf kaum erwartet werden, dass das Eis plötzlich schmilzt. Wenn das Eis langsam auseinander bricht und schmilzt, wird es eines Tages Wasser werden.

Die gemeinsame Erklärung

Angesichts des innigen Wunsches des gesamten koreanischen Volkes nach einer friedlichen Wiedervereinigung des Vaterlandes kamen der Präsident der Republik Korea Kim Dae-jung und der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses der Demokratischen Volksrepublik Korea Kim Jong-il vom 13. bis 15. Juni 2000 in Pjöngjang zum historischen Gipfeltreffen zusammen.

1. Der Süden und der Norden wollen ihre Kräfte bündeln und die Wiedervereinigung des Landes selbstständig und federführend vorantreiben.

2. Der Süden und der Norden sehen im südkoreanischen Wiedervereinigungskonzept der Konföderation und im nordkoreanischen Konzept des Föderalismus niedriger Stufe Gemeinsamkeiten und werden sich nach entsprechenden Grundsätzen um eine Wiedervereinigung bemühen.

3. Der Süden und der Norden einigten sich darauf, sich um die schnelle Klärung einer Reihe humanitärer Fragen zu bemühen. Um den 15. August 2000 würden Delegationen getrennt lebender Familien ausgetauscht und in der Frage der Langzeithäftlinge, die wegen ihrer kommunistischen Überzeugung in südkoreanischen Gefängnissen sitzen, würde eine schnelle Lösung gefunden werden.

4. Der Süden und der Norden wollen durch Wirtschaftsaustausch eine balancierte Entwicklung der beiden Volkswirtschaften anstreben und gegenseitiges Vertrauen aufbauen, indem sie ihren Austausch in Gesellschaft, Kultur, Sport, Gesundheitswesen und Umwelt verstärken.

5. Der Süden und der Norden werden in naher Zukunft Gespräche zwischen beiden Regierungen veranstalten, um die obigen Einigungen möglichst bald in die Tat umsetzen zu können.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses Kim Jong-il wird auf Einladung von Präsident Kim Dae-jung hin zu einem geeigneten Zeitpunkt Seoul besuchen.

15. Juni 2000

Präsident der Republik Korea

Kim Dae-jung

Vorsitzender des Verteidigungsausschusses der Demokratischen Volksrepublik Korea

Kim Jong-il