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Seoul: Nordkorea und USA wollen weiter verhandeln

2019-03-18

ⓒYONHAP News

Der Nervenkrieg zwischen Nordkorea und den USA scheint zu eskalieren. Angesichts dieser Situation betonte das südkoreanische Präsidialamt erneut seine Rolle als Vermittler.


Wenn Verhandlungen scheitern, schieben sich die Verhandlungspartner normalerweise gegenseitig die Schuld zu. Daher können die Botschaften, die Nordkorea und die USA nach dem ergebnislosen Gipfel in Hanoi aussandten, als Selbstverständlichkeit betrachtet werden. Dies kann jedoch auch den Prozess der Einleitung der nächsten Verhandlungsphase darstellen. Gegebenenfalls könnte dies aber auch dazu führen, dass sich die Stimmung weiter eintrübt. Noch immer scheinen Nordkorea und die USA entschlossen zu sein, Impulse für den Dialog aufrechtzuerhalten. Daher richtet sich die Aufmerksamkeit erneut auf die Rolle Südkoreas.


Nach den ergebnislosen Verhandlungen in Hanoi Ende Februar stellten die USA sogar Nordkoreas Willen zur Denuklearisierung infrage. Dessen Vizeaußenministerin Choe Son-hui drohte daraufhin damit, dass Nordkorea wieder Atom- und Raketentests aufnehmen könnte. Danach betonte Washington jedoch den Dialog, statt eine harte Position einzunehmen, und verhielt sich somit vorsichtig.


US-Präsident Donald Trump zeigte seinerseits keine Reaktion auf Nordkoreas Drohung. Außenminister Mike Pompeo sagte am Freitag, er erwarte, dass die USA die Verhandlungen mit Nordkorea fortsetzen könnten. Der Nationale Sicherheitsberater John Bolton sandte eine Warnung an Nordkorea aus und unterstrich zugleich eine Problemlösung durch Dialog. Trumps kommissarischer Stabschef Mick Mulvaney betonte ebenfalls, dass der Dialog fortgesetzt werde.


Die USA beharren auf einer „Total Solution“ oder einem „Big Deal“ unter der Voraussetzung einer vollständigen Denuklearisierung Nordkoreas. Nordkorea hebt den Abbau der Nuklearanlagen in Yongbyon als sinnvolle Maßnahme hervor und fordert eine Lockerung der Sanktionen.


Beide Länder halten äußerlich an einer harten Position fest, um ihre eigenen Forderungen durchzusetzen. Nordkorea brachte unterdessen die Möglichkeit zur Sprache, die Verhandlungen mit den USA einzustellen und wieder Atom- und Raketentests aufzunehmen. Die USA warnten daraufhin und sprachen von härteren Sanktionen. Zugleich verlangte Washington eine Rolle Chinas, nämlich eine Druckausübung durch schärfere Sanktionen. Die USA ergänzten jedoch ihre Warnung und Druckausübung gleichzeitig um die Bereitschaft zum Dialog. Damit ging Washington nach Pjöngjangs hartem Vorstoß nicht auf Konfrontationskurs und machte gewissermaßen einen Schritt zurück.


Je ernster eine Krise auf der internationalen Bühne wird, desto größere Verhandlungsmöglichkeiten bestehen. Es besteht zwar die Gefahr eines katastrophalen Endes, jedoch steigt die Wahrscheinlichkeit eines dramatischen Kompromisses, je näher der Abgrund rückt. Das ist der Grund, warum die von Nordkorea häufig betriebene Politik am Rande des Abgrundes wirksam sein kann.


Voraussetzung für diese Politik ist jedoch, dass im letzten Augenblick jemand eine vernünftige Entscheidung treffen muss. Die USA traten nun angesichts des harten Vorgehens Nordkoreas einen Schritt zur Seite, somit konnte offenbar eine Katastrophe abgewendet werden. An einem solchen Punkt wird die Rolle der Nachbarländer immer wichtiger. Das ist der Grund, warum das Präsidialamt in Seoul erklärte, dass es an der Zeit für innerkoreanische Gespräche sei.

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