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Trump spricht von “größerem Umbau” Nordkoreas

2019-10-24

© YONHAP News

US-Präsident Donald Trump hat zuletzt von einer “interessanten Information” über Nordkorea gesprochen. Viele Dinge gingen vor sich, sagte er. Ab einem bestimmten Punkt gebe es einen “größeren Umbau” Nordkoreas. Es waren die ersten öffentlichen Äußerungen Trumps zu Nordkorea seit den jüngsten Arbeitsgesprächen zwischen beiden Ländern über das nordkoreanische Atomprogramm Anfang Oktober in Schweden. Zu den Bemerkungen Trumps sagt der Direktor des Zentrums für Sicherheit und Vereinigung am Asan-Institut für Politische Studien, Shin Beom-chul:


Ich kann mir vorstellen, dass Trump viel über Nordkorea-Themen nachdenkt. Er schwieg, als Nordkorea Anfang dieses Monats eine U-Boot-gestützte ballistische Testrakete vor Beginn der Arbeitsgespräche mit den USA abfeuerte. Er schwieg auch dann, als die Verhandlungen gescheitert waren. Das deutet darauf hin, dass er weiter auf einen Dialog mit Nordkorea hofft. Durch seine jüngsten Äußerungen über Nordkorea sandte er eine positive und hoffnungsvolle Botschaft an das Land. Das Wort “Umbau” deutet offensichtlich an, dass die USA Nordkorea dabei helfen wollen, seine Wirtschaft wiederaufzubauen und die Investitionen in den kommunistischen Staat zu erhöhen, wenn die Denuklearisierungsgespräche gut vorankommen. Obwohl die Gespräche von Stockholm keine greifbaren Ergebnisse brachten, glaubt Trump, dass die USA den Dialogimpuls aufrechterhalten und ein erfolgreiches Resultat der Verhandlungen erzielen können. 


Trump äußerte sich zu Nordkorea, nachdem dessen Machthaber Kim Jong-un einen symbolischen Besuch am Paekdu-Berg gemacht hatte. Trump scheint eine Botschaft an Kim senden zu wollen: 


Trump drängt Nordkorea, Maßnahmen zur Denuklearisierung zu ergreifen, was eine rosige Zukunft für die nordkoreanische Wirtschaft verspricht. Trump hat wiederholt über das große Wirtschaftspotenzial Nordkoreas gesprochen. Ich denke, ein “größerer Umbau” bedeutet, die USA wollen Nordkorea aktiv beim Aufbau helfen. Einige Experten interpretieren den Ausdruck anders, doch ich denke, die USA äußerten ihre Bereitschaft, eine massive Investition in Nordkorea vorzunehmen, falls Pjöngjang komplett atomar abrüstet. 


Trump selbst nannte keine Details. Doch ist zu vermuten, dass beide Länder hinter den Kulissen miteinander in Kontakt bleiben. Nordkorea fordert eine Aufhebung der Sanktionen: 


Nordkorea sagt weiterhin, dass sich seine Position niemals ändern wird, und dass die USA Konzessionen machen sollten. Falls sich Washington jedoch weigert, so sagt Pjöngjang, will es seinen eigenen Weg der Selbstständigkeit gehen.  In einer Rede vor der Obersten Volksversammlung am 12. April sagte Kim, er wolle bis Ende des Jahres darauf warten, dass die USA eine neue Kalkulationsmethode vorlegen. Vor Ablauf der Frist wird Pjöngjangs Ton gegen Washington rauer. 


Kim Jong-un besuchte unterdessen das Kumgang-Gebirge an der Ostküste und kritisierte die Art und Weise, wie beide Koreas im Rahmen ihres gemeinsamen Tourismusprojekts mit dem Erholungsgebiet umgegangen seien: 


Kim kritisierte die Politik, die Nordkorea für das Tourprojekt von Südkorea abhängig gemacht habe. Er forderte, unabhängig neue Anlagen in dem Gebirgsresort zu bauen. Ich denke, der nordkoreanische Machthaber sendet damit eine Botschaft an die USA und Südkorea. Er wurde von der Ersten Vizeaußenministerin Choe Son-hui und dem Leiter der Vereinigten Frontabteilung, Jang Kum-chol, begleitet. Das sind eigentlich keine Beamten, die den Machthaber zu einer Baustelle begleiten. Mit der Inspektion mit diesen beiden Beamten übt Kim auf Südkorea Druck aus, damit es die USA überredet, die Sanktionen gegen Pjöngjang zu lockern, so dass beide Koreas die grenzüberschreitenden Wirtschaftsprojekte wie das Kumgang-Tourismusprogramm und den Kaesong-Industriepark wiederaufnehmen können. 


Kim rief dazu auf, die von Südkorea gebauten Anlagen in dem Feriengebiet abzureißen. Die drastische Maßnahme unterstreicht Nordkoreas Willen zur Selbstständigkeit. Zugleich scheint es ein Versuch zu sein, aus der Sackgasse, in der sich die Verhandlungen mit den USA befinden, herauszufinden, indem die innerkoreanischen Beziehungen erschüttert werden:


Wir müssen abwarten bis zum Ende des Jahres. Ich denke nicht, dass Trump bereits eine endgültige Entscheidung in Bezug auf Nordkorea getroffen hat, solange das Land trotz der harten Rhetorik eine Wende vollziehen könnte.  Wir sollten die Möglichkeit offen halten, dass Nordkorea und die USA einen Kompromiss erzielen. Dieser Kompromiss, in jeder Form, wird sich auf die Sicherheitsbedingungen auf der koreanischen Halbinsel auswirken. Als direkt involvierte Partei sollte Südkorea deutlich seine Meinung über die Denuklearisierung äußern und mit den USA bei diesem Problem eng zusammenarbeiten.

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