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Medien: Nordkorea nicht unter Russlands Atomschirm

Thema des Tages2018-03-05
Medien: Nordkorea nicht unter Russlands Atomschirm

Nordkorea zählt nicht zu den Bündnisländern, die Russland vor einem eventuellen Nuklearangriff eines dritten Landes schützen würde.

Das berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur RIA Novosti unter Berufung auf Iljas Umachanow, Vizesprecher des Föderationsrats, des Oberhauses des russischen Parlaments. Umachanow machte Erläuterungen zur Äußerung von Präsident Wladimir Putin über Länder, die Russland vor einem nuklearen Angriff schützen würde. Dies seien solche Staaten, mit denen Russland aufgrund eines internationalen Vertrags Bündnisbeziehungen unterhalte. Dazu zählen die Mitglieder der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (CSTO) und viele weitere Länder. Mit Nordkorea sei aber kein solches Abkommen abgeschlossen worden, sagte Umachanow. Es heißt, dass Russland auch nicht zu einer Vergeltung verpflichtet sei, sollte ein drittes Land einen nuklearen Angriff auf Nordkorea verüben.

CSTO ist eine Organisation für Sicherheitskooperation, an der sich Armenien, Kasachstan, Kirigisistan, Russland, Tadschikistan und Weißrussland als Mitglieder beteiligen. Es wurde nicht festgestellt, welchen Verbündeten Russland neben den CSTO-Mitgliedern nukleare Vergeltung zugesagt hat.

Präsident Putin demonstrierte in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation vor der Föderationsversammmlung am 1. März die moderne Atomstreitmacht Russlands. Während der etwa zweistündigen Rede widmete er 45 Minuten der Vorstellung neuer strategischer Waffen. Er kritisierte den Ausbau der US-Raketenabwehr (MD) und teilte mit, dass Russland Waffen gegen MD entwickelt habe. Er präsentierte die neue Interkontinentalrakete vom Typ Sarmat und sagte, dass die Rakete mit keiner Raketenabwehr abzufangen sei. Er wolle einen Nuklearangriff auf Bündnisländer als solchen gegen Russland einstufen und vergelten, warnte Putin.

Es erregte Aufmerksamkeit, ob Putin die Äußerung unter Berücksichtigung der Möglichkeit eines Präventivschlags der USA gegen Nordkorea machte. Mit der Bemerkung von Umachanow wurde die Spekulation quasi zurückgewiesen. Russland und Nordkorea hatten im Februar 2000 einen bilateralen Vertrag über Freundschaft und Zusammenarbeit abgeschlossen. In dem Vertrag ist jedoch keine Regelung über eine automatische militärische Einmischung vorgesehen. Das bedeutet, dass ein Land unmittelbar militärische Unterstützung leistet, sollte das Partnerland einem militärischen Angriff ausgesetzt sein.

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