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Yi Tae-jun: „Die steinerne Brücke“ (1943)

#Literatur zum Hören l 2022-10-04

Literatur zum Hören

ⓒ Getty Images Bank

Wenn sein Vater Geld übrig hatte, begradigte er die Äcker und baute Steinmauern um die Felder und Deiche entlang des Baches. Nachdem sein Sohn die Schule beendet hatte, gab er das Geld, das er von der Bezahlung der Schulgebühren seines Sohnes übrig hatte, aus, um die Straßen im Dorf und in der Stadt zu pflastern.

Er war fest davon überzeugt, dass Lohnarbeiter das Land ruinieren würden, und hatte keine Pächter, es sei denn, sie waren bemerkenswert fleißig. Er hielt zwei Ochsen und hatte drei Arbeiter, um seine Felder von beträchtlicher Größe persönlich bewirtschaften zu können. Andere Bauern wiesen darauf hin, dass die Ernten nicht besonders gut seien und die drei Arbeiter nur nach eigenem Gewinn strebten, aber wenn es um sein Land ging, war Chang-seops Vater nicht so berechnend. 


„Ich werde dieses Land nicht einmal für eine Tonne Geld verkaufen. Ich habe gesehen, wie mein Vater dieses Land beackert hat. Mein Großvater hat dieses Feld mit dem Geld gekauft, das er durch harte Arbeit verdient und gespart hat. Kein Geld der Welt kann dieses Land kaufen.

Land kann nicht für flüchtige Interessen gekauft und verkauft werden. Ohne Land gibt es keine Heimat und keine Nation. Land ist die Grundlage für alles auf dieser Welt. Diejenigen mit Geld, die Land kaufen, ohne zu wissen, was Land bedeutet, Männer, die nur daran denken, Zinsen durch Geldverleih zu bekommen, ohne zu schätzen, was dieses Land ihren Vorfahren bedeutet hat, sie alle erscheinen mir geradezu grotesk.“


„Der Bach wird nicht mehr über die Ufer treten, egal wie stark es regnet“, sagte er bei sich. „Die Überschwemmung kam nicht dadurch zustande, dass es geregnet hat. Vielleicht haben Steine die Wasserlöcher verstopft. Oder einer der Trittsteine könnte mit der Strömung mitgerollt sein. Wenn wir den Boden freimachen und uns regelmäßig um die Steine kümmern, wird die Brücke zehntausend Jahre bestehen. Alles, was sie braucht, ist unsere Pflege. Wir sollten die Naturgesetze nicht missachten, solange wir auf dieser Erde leben.“




Yi Tae-jun (1904-?): „Die steinerne Brücke“ (1943)

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