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Wirtschaft

Wirtschaftliche Auswirkungen der Covid-19-Impfungen

#Thema der Woche l 2020-12-14

Wirtschaft Aktuell

ⓒ YONHAP News

Großbritannien hat am 8. Dezember mit der flächendeckenden Imfpung gegen die Infektionskrankheit Covid-19 begonnen. Es war das erste Land der Welt, das dem deutschen Pharma-Unternehmen Biontech und seinem US-Partner Phizer eine Notfallzulassung erteilte. Die Massenimpfung startete 343 Tage, nachdem die internationale Gemeinschaft vom Ausbruch des Coronavirus erfahren hatte. Die Erwartungen an die Impfprogramme sind groß, dass die Dinge wieder so werden wie vor der Pandemie und die Wirtschaft sich bald wieder erholt. Zum Thema sagt der Wirtschaftskommentator Chung Chul-jin:


Großbritannien hat die weltweit erste Covid-19-Massenimpfung gestartet. Vorrang erhalten dabei die Senioren. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Impfprogramm im Land auswirkt, das ausreichend Dosen des Pfizer-Vakzins für 20 Millionen Menschen hat. Russland hat sein eigenes Impfprogramm auf Versuchsbasis mit dem lokal entwickelten Mittel Sputnik V gestartet. Doch erhielt es wegen Sicherheitsbedenken nicht die große Aufmerksamkeit der ausländischen Medien. Die USA und Kanada stehen ebenfalls bereit, die Bevölkerung zu impfen, während Deutschland und Japan wahrscheinlich im Januar folgen. Da die großen Volkswirtschaften die Impfkampagne forcieren, können wir uns ein Bild von der Wirksamkeit und den Nebeneffekten der Impfmittel machen.


Am 8. Dezember teilte die südkoreanische Regierung mit, dass sie ausreichend Impfstoff für 44 Millionen Menschen oder 85 Prozent der Bevölkerung gesichert habe. Einige bemängeln, dass die Menge zu gering sei. Länder wie die USA und Japan hätten zwei- bis fünfmal so viel geordert wie nötig wäre, um ihre Bevölkerung zu impfen. Auch wird Korea mehr als drei Monate später mit der Massenimpfung beginnen. Die Regierung erläuterte, dass es zunächst notwendig sei, zu prüfen, ob die Impfstoffe einwandfrei wirken. Es gibt jedoch die Sorge, dass Südkorea hinterher hinken könnte, was die Beendigung des Corona-Ausbruchs betrifft. Auch könnte das die wirtschaftliche Erholung hinauszögern: 


Während Aktienkurse für die Non-Contact-Industrien einen Aufwärtstrend erlebten, haben die Anbieter von Offline-Diensten zu kämpfen, und der Privatverbrauch verläuft schleppend. In Ländern, wo Impfstoffe rasch eingeführt werden, werden sich die Menschen sicher fühlen und wieder mehr Geld ausgeben, was den privaten Konsum beschleunigt. In Ländern, wo die Impfmittel später eintreffen, wird auch die wirtschaftliche Erholung später einsetzen. Deshalb drängen viele die koreanische Regierung, mit der Impfung im Januar zu beginnen. Andere jedoch sagen, dass es besser ist, der Politik der Regierung zu folgen und die Wirksamkeit der Impfstoffe in Ländern wie Großbritannien, den USA, Japan und Deutschland zu beobachten.


Die erste Verteilung der Corona-Impfstoffe ist auch eine gute Nachricht für die koreanische Wirtschaft. Die positive Entwicklung wird vermutlich den Industrien neuen Schwung verleihen, die Interaktionen von Angesicht zu Angesicht erfordern. Das gilt besonders für den Dienstleistungssektor: 


Pharmaunternehmen wie Pfizer, Moderna und AstraZeneca haben Covid-19-Impfstoffe entwickelt. Auch Korea setzt seine Impfstoff-Entwicklung fort. Es scheint, als ob das Land schneller dabei ist, Arzneien für die Behandlung zu entwickeln als Impfstoffe. Wir können einige Resultate von koreanischen Pharmaunternehmen wie Celltrion und GC Pharma erwarten. Südkorea hat für seine rasche und effektive Reaktion auf die Pandemie große Anerkennung erhalten. Die koreanischen Hersteller von Covid-19-Testsets einschließlich Seegene haben gut abgeschnitten, und ihre Aktienkurse legten zu. Einige befürchten, dass dieser Trend zum Ende kommt, sobald die Impfmittel verteilt werden. Doch sagen Experten, dass es auch nach der Entwicklung von Impfstoffen und Arzneien Bedarf für die Testsets gibt. Der Grund dafür ist, dass es nötig sein wird, zu bestätigen, ob jemand infiziert ist, bevor er sich impfen lässt.


Die südkoreanische Regierung warnte bereits vor einer potenziellen Überhitzung des Aktien- und Immobilienmarkts. Die Regierung pumpte genügend Geld in den Markt, um die von der Pandemie-Krise betroffene Wirtschaft zu revitalisieren. Doch könnte dies den unerwünschten Effekt einer starken Erhöung der Vermögenspreise haben. Die Regierung spürt nun die Notwendigkeit, die Schuldenrisiken vorbeugend zu managen, mit denen es die privaten Haushalte und Unternehmen zu tun haben:


Die Regierung brachte reichlich Liquidität in den Markt und erlaubte es, dass Kredite die Covid-19-Krise überwinden sollen. Gegenwärtig sind die Aktien- und Imobilienärkte ungewöhnlich überhitzt. Doch sobald die Pandemie vorbei ist, wird die Regierung ihre lockere Geldpolitik auslaufen lassen. Wenn die Wirtschaft sich nach der Impfung wieder normalisiert, werden die Haushalte und Unternehmen ihre Schuldenprobleme angehen müssen.


Durch die Pandemie haben wir eine dramatische industrielle Transformation erlebt einschließlich des wachsenden Bedarfs an kontaktlosen Diensten. Die Regierung muss die geeigneten Maßnahmen ergreifen, um die Nebeneffekte des Übergangs gering zu halten: 


Sobald sich die Impfprogramme als wirksam erweisen, wird sich der private Verbrauch erholen. An diesem Punkt sind Konjunkturmaßnahmen erforderlich. Es ist besser, Geld auszugeben, wenn die Wirtschaft sich wieder zu erholen beginnt, als wenn sie sich verlangsamt oder die Talsohle erreicht. Korea könnte eine “K-Form-“Erholung nach Covid-19 erfahren, bei der einige Industrien sich schneller erholen, während andere hinterher hinken. Die Polarisation wird ein Problem bleiben.

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