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Wirtschaft

Koreanische Unternehmen planen große Investitionen in den USA

#Thema der Woche l 2021-05-24

Wirtschaft Aktuell

ⓒ YONHAP News

Spitzenvertreter der vier größten südkoreanischen Unternehmensgruppen haben Präsident Moon Jae-in zu seinem Besuch in den USA begleitet. Moon traf US-Präsident Joe Biden am Freitag. Biden ruft die Länder und Unternehmen weltweit dazu auf, sich am Umbau der globalen Lieferketten zu beteiligen. Biden will, dass die USA die Führung in der High-Tech-Industrie einschließlich des Halbleitersektors übernehmen und dass strikte Maßnahmen gegen den Klimawandel ergriffen werden. Die großen südkoreanischen Konzerne kündigten massive Investitionen in den USA an. Zum Thema sagt der Direktor des Amerika-China-Wirtschaftsinstituts, Cho Yong-chan:


Vier der größten südkoreanischen Unternehmensgruppen, darunter Samsung, Hyundai Motor, SK und LG, haben Pläne für Investitionen in Höhe von 40 Milliarden Dollar in den USA angekündigt. Davon kommen 17 Milliarden Dollar von Samsung Electronics. Globale Unternehmen sind dabei, aggressiv in Halbleiter, Batterien und Autos in den USA, und nicht in China, zu investieren, trotz hoher Arbeitskosten und niedriger Produktivität. Es gibt einen klaren Grund dafür. Sie wollen präventiv mit Bidens Initiative zum Umbau der Halbleiter- und Batterie-Lieferketten umgehen, und die Pläne für “Buy American” und den “Green New Deal” umsetzen. Was Halbleiter betrifft, so können Länder, die die winzigen Chips produzieren, die globale Technologie-Herrschaft übernehmen. Wenn China modernste Halbleiter fertigt und globale Standards setzt, könnten die Verteidigungs- und IT-Industrien der USA um mindestens fünf Jahre hinterher hinken. Daher drängen die USA koreanische Halbleiterhersteller, an der Allianz gegen China teilzunehmen. Für koreanische Unternehmen wird es unmöglich sein, Produkte der nächsten Generation herzustellen und sich Hochtechnologien zu sichern, ohne an der von den USA angeführten Initiative der grünen Erholung teilzunehmen. Auch hoffen sie, ihre Präsenz im großen amerikanischen Markt auszubauen. 


Hyundai Motor war der erste der vier Konzerne, der seine Investitionspläne veröffentlichte. Hyundai will in den nächsten fünf Jahren 7,4 Milliarden Dollar in die Produktion von Elektrofahrzeugen (EV) in den USA investieren. Das EV-Modell Ioniq 5 soll im Herbst auf den amerikanischen Markt kommen: 


Die USA wollen bis 2030 ihre Treibhausgasemissionen um 50 Prozent, auf der Basis des Niveaus von 2005, reduzieren und bis 2050 Netto-Null-Emissionen erreichen. Um den CO2-Ausstoß zu verringern, ist es nötig, rasch E-Autos zu verbreiten. Da die US-Autoindustrie an einem Wendepunkt ist, wollen koreanische Firmen aggressiv auf den EV-Markt der USA vorstoßen. LG Energy Solution zum Beispiel kündigte im vergangenen Monat an, seine zweite Joint-Venture-Fabrik für EV-Batterien zusammen mit GM in Ohio zu bauen. SK Innovation will zusammen mit dem zweitgrößten US-Autohersteller Ford ein Joint Venture für EV-Batterien gründen. Einschließlich der geplanten 5,3 Milliarden Dollar für das Joint Venture will der Batteriehersteller mittel- bis langfristig insgesamt 8,2 Milliarden Dollar in den USA investieren. Auch die koreanische Halbleiterindustrie investiert mehr in den USA Samsung Electronics will 17 Milliarden Dollar in sein Foundry-Geschäft in den USA stecken. Seit der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres lotet der Technologieriese Möglichkeiten aus, eine zweite Foundry-Fabik zu bauen, da das globale Geschäft voraussichtlich stark wachsen wird. SK hynix, der weltweit zweitgrößte Speicherchip-Hersteller, will eine Milliarde Dollar in den Bau eines Forschungs- und Entwicklungszentrums in Silicon Valley investieren. 


Bidens “Buy American”-Politik wird als Hauptgrund für die Investitionspläne gesehen: 

 

Der Kern von Bidens “Buy American”-Politik ist der Umbau der lokalen Produktionsindustrie, die Verbesserung der Lieferketten in den USA und der Kampf gegen den Klimawandel. Das Zentrum der globalen Lieferketten soll in die USA verlegt werden, um die Industrie zu beleben und die Infrastruktur auszubauen und in den nächsten Jahrzehnten Qualitätsarbeitsplätze zu schaffen. Selbst amerikanische Unternehmen bauen ihre Investitionen in den USA aus, um aus der Abhängigkeit von China für die Produktion zu kommen. Die USA haben China, das als “Fabrik der Welt” gilt, bisher als ihre Exportbasis benutzt. Doch wollen die USA ihre eigenen Produktionsbasen errichten und die Lieferketten in Zusammenarbeit mit ihren Verbündeten stärken. Zu diesem Zweck planen sie, 2 Billionen Dollar in die Infrastruktur zu investieren, 50 Milliarden Dollar in die Halbleiter-Produktion und Forschung eingeschlossen. 


Einige Experten vertreten die Ansicht, dass die “Buy American”-Politik sogar größeren Druck auf die Alliierten ausübt als die “America First”-Politik von Ex-Präsident Donald Trump:


Im Februar ordnete Biden eine Überprüfung der globalen Lieferketten für vier Produkte, Halbleiter, EV-Batterien, Arzneimittel und Seltene Erden, an. Wenn das Ergebnis im Juni verkündet wird, wird es wahrscheinlich für einige Unternehmen noch schwieriger, ihre Produkte in die USA zu exportieren. So könnten die USA hohe Importzölle auf Batterien oder Halbleiter verhängen, die außerhalb der USA produziert werden, und EV-Zuschüsse nur für Fahrzeuge aus den USA gewähren. 


Die “Buy American”-Politik könnte aber auch eine schwere Bürde für koreanische Firmen bedeuten, die sowohl stark von den USA wie auch von China abhängen:


Bidens Politik kann sich als Gelegenheit für koreanische Unternehmen erweisen, doch auch Investitionen und Jobs in Korea reduzieren. Eine Analyse zeigt, dass Bidens Wirtschaftspolitik, die Trumps Handelsprotektionismus zurücknimmt, dazu führt, dass Koreas Exporte um 2,2 Prozentpunkte und sein Wachstum um 0,4 Punkte steigen. Die starke US-Wirtschaftspolitik gegen China könnte auf der anderen Seite Probleme für koreanische Unternehmen bedeuten, die eine Handelsbasis mit China betreiben. Peking könnte Druck auf koreanische Firmen ausüben, die ihre Investitionen in den USA ausbauen. 

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