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Kultur

Musikinstrumente aus dem Königreich Vereinigtes Silla

#Musik verbindet l 2020-12-30

Musik verbindet

Musikinstrumente aus dem Königreich Vereinigtes Silla

Man sagt, Musik beeinflusse die menschlichen Emotionen. So kann gute Musik im Film wohlige Gefühle auslösen, während ein Horrorfilm ohne gruseligen Soundtrack niemandem Angst einflößt. In der Vergangenheit wurde Musik auch als ein wichtiges politisches Instrument genutzt. Man glaubte nämlich, wenn die Untertanen gute Musik hören, erlangen sie innere Ruhe und das gesamte Land erlebe dann Frieden und Wohlstand. Daher wurden Musikinstrumente auch als Geschenk des Himmels aufgefasst. Im alten Königreich Silla, das von 57 v. Chr. bis 935 n. Chr. existierte, wurden Musiker in andere Länder ausgesandt, um dort von den Meistern neue Instrumente zu erlernen. Als der in Gaya geborene Ureuk우륵 mit dem Gayageum in Silla Zuflucht suchte, schickte der Silla-König Jinheung진흥 sodann drei Schüler zu ihm, damit er sie im Gayageum-Spiel, Singen von Gaya-Liedern und Tanz unterrichtet. 


Wie wichtig die Musik den Herrschern war, zeigt ein weiteres Beispiel: In der Zeit zwischen dem späten 7. bis zum 10. Jahrhundert zog sich der Meister Ok Bo-go옥보고 in das Gebirge Jirisan zurück, um sich im Geomungo-Spiel zu verbessern. Es heißt, der Ursprung des Instruments kann bis auf das alte Königreich Goguryeo고구려 (37 v. Chr. - 668 n. Chr.) zurückverfolgt werden. Ok Bo-go hatte nur einen einzigen Schüler. Sok Myeong-deuk속명득 lautete sein Name. Und dessen einziger musikalischer Erbe war Gwigeum귀금. Der König sorgte sich nun, dass die Geomungo-Tradition ausstirbt, weshalb er dem Statthalter von Namwon, Yun Heung윤흥, die Aufgabe übertrug, die Geomungo-Kultur zu bewahren. Yun Heung schickte daraufhin zwei aufgeweckte Musiker zu Gwigeum, damit sie unter ihm die Geomungo-Musik erlernen. Doch der Meister weigerte sich, die Geheimnisse der Geomungo-Musik weiterzugeben. Da bat Yun Heung ihn schließlich auf seinen Knien und bot Gwigeum auch Wein an, um diesen umzustimmen. Yuns Hartnäckigkeit zahlte sich am Ende aus und der Meister gab sein Wissen an die zwei jungen Silla-Musiker weiter. 


Die sechs beliebtesten Instrumente aus der Zeit des Vereinigten Silla werden auch unter dem Begriff „samhyeon samjuk“삼현삼죽 zusammengefasst, was soviel bedeutet wie die „drei Saiten- und Bambusinstrumente“. „Samhyeon“ bezieht sich dabei auf die Saiteninstrumente Gayageum, Geomungo und Bipa. Und unter diesen drei ist wohl die Bipa am wenigsten bekannt. Die Bipa ähnelt in ihrem Erscheinungsbild einer Mandoline oder Laute. Sie besteht aus einem tränenförmigen Resonanzkörper, und über einen langen Hals sind die Saiten gespannt. Wie bei einer Gitarre kommen auch bei der Bipa beide Hände zum Einsatz: Mit einer Hand wird auf die Saiten gedrückt, während die andere Hand mit einem Hilfsmittel, dem Suldae술대, oder nur mit den Fingern an den Saiten zupft. Man nimmt an, dass die Bipa wohl über einen längeren Zeitraum in Gebrauch war, aber das Wissen um ihre Spieltechniken ging im Laufe der Zeit verloren. Glücklicherweise haben einige Musiker in den letzten Jahren eigene Wege gefunden, um auf diesem Instrument zu spielen. Da es einige Instrumente in China, Japan sowie anderen asiatischen Ländern gibt, die der Bipa ähneln, denken nicht wenige, dass die Bipa-Musik womöglich Ähnlichkeiten zu der chinesischen Musik aufweist. 


Der Begriff „Samjuk“ bzw. die „drei Blasinstrumente aus Bambus“ bezieht sich auf das Daegeum대금, Junggeum중금 und Sogeum소금. Diese Blasinstrumente werden wie bei einer Querflöte zur Seite gehalten, und der Name gibt ihre Größe an: Beim Daegeum handelt es sich um die größte Flöte, darauf folgen die mittelgroße Junggeum-Flöte und die kleine Sogeum-Flöte. Je kleiner die Flöte wird, desto höher klingt sie. Mit dem Daegeum wird dementsprechend ein tiefer, schwerer Klang erzeugt, während das kleinere Sogeum einen höheren und helleren Klang besitzt und einem Vogelruf ähnelt. Bedauerlicherweise werden das ursprüngliche Junggeum und Sogeum nicht mehr gespielt, aber Gugak-Musiker von heute änderten das Instrument Dangjeok당적 so um, dass es wie ein Sogeum gespielt werden kann. Das Sogeum von heute unterscheidet sich somit von dem Instrument aus der Zeit des Vereinigten Silla. Das Daegeum wiederum wird nicht selten mit der westlichen Querflöte verglichen. Tatsächlich zeichnet sich die koreanische Flöte jedoch durch einen raueren Klang aus. Der Daegeum-Meister Park Jong-ki박종기 aus der späten Joseon-Zeit erschuf das Daegeum-Sanjo bzw. improvisatorische Solo-Stücke mit dem Daegeum. Einer seiner Enkelsöhne ist der Daegeum-Meister Park Hwan-yeong박환영, der die Sanjo-Stücke des älteren Park aus der Vergessenheit geholt und wieder populär gemacht hat. 


Musik

  1. „Jeongjungdong“, dargeboten von Geomungo Factory 
  2. „Rufe eines Bergvogels“, dargeboten von The Ryu 
  3. „Jungmori“ aus dem Daegeum-Sanjo von Park Jong-ki, gespielt am Daegeum von Park Hwan-yeong

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