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Kultur

Von Bildern inspirierte Musikstücke

#Musik verbindet l 2021-01-06

Musik verbindet

Von Bildern inspirierte Musikstücke

Aus der Joseon-Zeit sind die zwei Maler Kim Hong-do김홍도 und Sin Yun-bok신윤복 bekannt, deren Malstile sich sehr voneinander unterscheiden. Kim Hong-do widmete sich in seinen Bildern zahlreichen Themen: Abgebildet sind in seinen Bildern unter anderem königliche Zeremonien, atemberaubende Landschaften sowie Szenen aus dem Alltagsleben des einfachen Volkes. Dagegen sind in den Bildern von Sin Yun-bok in der Regel Adlige zu sehen, die ihre Freizeit genießen, oder Gisaeng, die mit ihren Künsten die Oberschicht unterhalten. Ein bekanntes Werk von Sin Yun-bok ist das Bild mit dem Titel „Wolhajeongin”월하정인 und bedeutet übersetzt „Liebende unter dem Mond“. Dargestellt sind im Mondschein ein Mann der Oberschicht mit einer Laterne sowie eine Frau mit einem Rock über dem Kopf. Es scheint, als seien die beiden gerade dabei, irgendwohin aufzubrechen. Für die Betrachter stellt sich die Frage, wohin sie wohl gehen könnten. Und als hätte der Maler diese Frage vorausgeahnt, steht im Bild geschrieben: „Mitten in der Nacht, wenn der Mond schwach leuchtet, kennen nur die zwei Liebenden ihre Pläne“. Diese intime und geheimnisvolle Atmosphäre im Bild zieht auch nach vielen Jahrhunderten den Betrachter in den Bann und inspirierte zudem zahlreiche Musiker zu unterschiedlichen Musikstücken. 


Das nächste Stück erhielt seine Inspiration von dem Maler Park Dae-seong박대성, der für seine modernen Tuschmalereien bekannt geworden ist. Parks Eltern starben im Koreakrieg, als er fünf Jahre alt war. Zudem verlor er während des Krieges seinen linken Arm. Für einen verletzten Waisenjungen dürfte es nicht leicht gewesen sein, in solch schweren Zeiten zu überleben. Park schloss die Mittelschule ab und begann danach im Selbststudium die Malerei zu erlernen. Sein immenses Talent sowie kontinuierliche Anstrengungen verhalfen ihm schließlich zu seinem Erfolg als Maler. Mit seinem einzigartigen Malstil, frei von allen Einflüssen einer standardisierten Ausbildung, schaffte er es, sich seinen Platz in der Kunstwelt zu erkämpfen. Von Parks Bildern inspiriert veröffentlichte der Schauspieler und Komponist Yu Jun-sang ein Album mit 11 modernen Gugak-Stücken. Eines davon ist das Musikstück mit dem Titel „Aus der Sicht eines Vogels“, das auf Parks Bild „Cheon Ji In“천지인 beruht und übersetzt werden kann mit „Himmel, Erde, Mensch“. In dem Bild wird das Gebirge Geumgangsan aus der Vogelperspektive dargestellt. Die gewaltigen Felsen sowie steil aufragenden Berggipfel sind in einem Halbkreis angeordnet und veranschaulichen das ostasiatische Weltbild. 


Das Stück „Klänge der Nacht“ wurde von dem Gayageum-Meister Hwang Byeong-ki komponiert. Als Inspiration für dieses Gayageum-Stück diente das Bild „Seongjaesugando”성재수간도 von An Juk-si안죽시, einem Maler aus der späten Joseon-Zeit. In dieser Tuschmalerei ist ein junger Diener abgebildet, der zwischen zwei Bäumen nach der Quelle eines lauten Geräuschs Ausschau hält. Das Bild basiert auf einer Geschichte eines chinesischen Dichters und Gelehrten der Song-Dynastie. Dieser hört mitten in der Nacht ein Rauschen, das zunehmend an Lautstärke gewinnt, woraufhin der Meister den Jungen hinausschickt, um in Erfahrung zu bringen, was draußen vor sich geht. Der Junge kehrt zurück und berichtet, dass der Mond und die Sterne hell am Himmel leuchten und das Geräusch von den Bäumen herrühre. Da erkennt der Gelehrte, dass er die Ankunft des Herbstes vernommen hat. In dem Bild flattern die Haare und die Kleidung des Jungen im Wind und man sieht, dass direkt vor dem Zimmer des Gelehrten Bambusbäume wachsen. Diese Nähe zum Fenster des Gelehrten ließ das Rascheln des Bambus im Wind wohl noch lauter und unheimlicher erklingen. Nachdem der Gayageum-Meister Hwang Byeong-ki das Bild in einem Aufnahmestudio gesehen hatte, soll er sofort mit dem Komponieren begonnen haben. Dabei herausgekommen ist am Ende das Stück „Klänge der Nacht“. Musikalisch wird darin eine Person beschrieben, die sich an einem Herbstabend nach Besuch sehnt – ein Wunsch, den man in diesen Tagen sehr gut nachempfinden kann. 


Musik

  1. „Liebende unter dem Mond“, gesungen von Park Ae-ri und Kim Jun-su 
  2. „Aus der Sicht eines Vogels“, gespielt am Haegeum von Lee Mi-ran, am Daegeum von Jang Yeong-su u.a. 
  3. „Klänge der Nacht“, gespielt am Gayageum von Hwang Byeong-ki

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