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Hintergrund

Samsung-Vizevorsitzender angeklagt

#Themen der Woche l 2020-09-05

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Die Staatsanwaltschaft hat am Dienstag in Zusammenhang mit Ermittlungen zum Vorwurf der illegalen Übernahme der Kontrolle über die Samsung Group, deren Vizevorsitzenden Lee Jae-yong angeklagt. Neben Lee wurden zehn weitere ehemalige und jetzige Manager der Unternehmensgruppe angeklagt.


Konkret geht es in der Anklage um den Vorwurf unfairer Handelspraktiken und der Börsenkursmanipulation, der Untreue und des Bilanzbetrugs im Zuge der Fusion von zwei Unternehmen der Samsung Gruppe im Jahr 2015. Durch den Zusammenschluss wurde Lee Jae-yongs Einfluss auf den Mischkonzern verstärkt und die Unternehmensführung faktisch auf ihn übertragen.


Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Börsenwert von Cheil Industries vor der Fusion aufgebläht und der Aktienkurs von Samsung C&T nach unten gedrückt wurde. Um dies zu vertuschen, habe es auch eine Bilanzfälschung bei Samsung Biologics gegeben. Auch seien illegale Lobbyaktivitäten getätigt worden, um die Entscheidung der nationalen Pensionskasse (NPS), eines Anteilseigners, zu beeinflussen. Die Staatsanwaltschaft kam zu dem Schluss, dass eine organisierte Störung des Kapitalmarktes vorliege.

 

Hinsichtlich der Fusion der beiden Firmen wurde der Samsung-Erbe in Zusammenhang mit der Verurteilung von Ex-Präsidentin Park Geun-hye bereits 2017 wegen Bestechung zu fünf Jahren Haft verurteilt. In der zweiten Instanz wurde er auf Bewährung freigelassen. 2018 wurden jedoch die Ermittlungen auf eine Anzeige von Bürgerorganisationen hin wieder aufgenommen. In deren Prozess wurden führende Manager von Samsung verhört und Durchsuchungen bei Samsung Electronics, Samsung C&T und der NPS durchgeführt.


Samsung behauptet, dass Lee Jae-yong über die Vorgänge nicht informiert gewesen sei. Die zuständigen Ermittler gaben jedoch bekannt, dass sie die Beweise dafür gesichert hätten, dass Lee in jeder Phase über die Vorgänge detailliert berichtet worden sei.


Ein Gremium zur Überprüfung staatsanwaltlicher Ermittlungen hatte im Juni geraten, die Ermittlungen einzustellen und Lee nicht anzuklagen. Es ist der erste Fall, in dem die Staatsanwaltschaft gegen die Empfehlung des Gremiums Anklage erhoben hat.

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