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Hintergrund

Südkorea äußert Bedenken über Japans Entsorgungspläne

#Themen der Woche l 2021-04-17

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Die südkoreanische Regierung hat Bedenken zu Japans Entscheidung, kontaminiertes Wasser aus dem havarierten Kernkraftwerk in Fukushima ins Meer zu leiten, geäußert. Die Maßnahme sei einseitig ohne ausreichende Absprache und Einverständnis der Nachbarn getroffen worden, hieß es.


Das japanische Kabinett beschloss am Dienstag einen „Grundplan für die Entsorgung von behandeltem Wasser“, demnach das in Tanks auf dem Kraftwerksgelände gelagerte Kühlwasser ins Meer abgelassen wird. Der Prozess soll nach einer Überprüfung und Bewilligung durch die japanische Nuklearsicherheitskommission in etwa zwei Jahren starten.


Das Wasser wurde unter anderem zur Kühlung der Atomanlage nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe im Jahr 2011 verwendet. Aktuell lagern in tausend riesigen Tanks rund 1,25 Millionen Tonnen Wasser in der Anlage von Fukushima. Die Kapazitäten sind damit nahezu erschöpft. Die japanische Regierung hatte daher schon früh die Einleitung des Kühlwassers in den Pazifik als Option in Erwägung gezogen. Nach eigenen Angaben werde das Wasser einer Filterung unterzogen, um die meisten radioaktiven Isotope herauszufiltern. Da jedoch das Isotop Tritium zurückbleibe, soll es zusätzlich verdünnt werden.


Tritium ist ein besonders problematischer radioaktiver Stoff. Es kann im Körper organisch gebunden werden und bei seinem radioaktiven Zerfall den menschlichen Körper schädigen und Krebs verursachen.


Südkorea wäre als das Land, das Japan am nächsten liegt, von einer eventuellen Verseuchung unmittelbar betroffen. Einer Studie zufolge gelange kontaminiertes Wasser aus Japan in sieben Monaten ins Meer vor der Insel Jeju. In 18 Monaten erreiche es weite Teile des südkoreanischen Ostmeers.


Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) hat jedoch den Plan, das Kühlwasser im Meer zu entsorgen, bereits genehmigt. Die USA äußerten Unterstützung für Japans Entscheidung. Südkorea will daher seine Bedenken bei der IAEA anmelden und gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft gründlich überwachen, ob radioaktive Stoffe in dem Wasser aus dem japanischen Atomkraftwerk ins Meer gelangen.

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