Zum Menü Zum Inhalt
Go Top

Hintergrund

Gebeine der ersten katholischen Märtyrer entdeckt

#Themen der Woche l 2021-09-04

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Die Gebeine der ersten katholischen Märtyrer Koreas, Paul Yun Ji-chung, Jakob gwon Sang-yeon und Francis Yun Ji-heon sind nach über 200 Jahren nach ihrem Tode gefunden worden. Dies teilte das Bistum Jeonju am Mittwoch bei einer Pressekonferenz mit.


Die Überreste wurden in Baubaegi an der heiligen Stätte des Katholizismus Chonamee im Landkreis Wanju in der Provinz Nord-Jeolla zutage gefördert. Anatomische und biologische Untersuchungen ergaben, dass es sich um die Gebeine der drei Märtyrer handelt. Die Funde wurden im März im Zuge eines Projekts zur Bestimmung von Baubaegi zum Heiligtum entdeckt.


Das Bistum hatte die Öffnung von zehn anonymen Gräbern angeordnet, auf die es bei der Durchführung des Projekts gestoßen war. In den Gräbern fünf und drei wurde mit den Gebeinen ein Gedenkstein gefunden. Die darauf angegebenen Lebensdaten der Verstorbenen waren mit denen der Märtyrer Yun Ji-chung und Gwon Sang-yeon identisch. Zudem konnte anhand einer Radiokohlenstoffdatierung festgestellt werden, dass das Datum des Grabbaus sowie das Alter der Grabgüter etwa mit dem Jahr 1791, in dem die beiden Märtyrer gestorben waren, übereinstimmt.


Eine Besonderheit der koreanischen katholischen Kirche ist, dass sie im 18. Jahrhundert aufgrund des Engagements von Laien entstanden ist, bevor europäische Missionare das Land erreichten. Das offizielle Gründungsjahr der katholischen Kirche in Korea geht auf das Jahr 1784 zurück, in dem der konfuzianische Gelehrte Lee Seung-hun in Peking die Taufe erhalten und nach seiner Rückkehr nach Korea das Evangelium predigte. Das neue Gedankengut unterschied sich grundlegend von der damals vorherrschenden konfuzianischen Lehre. Dies war die Ursache grausamer Christenverfolgungen während der Joseon-Zeit.


Paul Yun Ji-chung wurde 1791 im Zuge der ersten Katholikenverfolgung hingerichtet, nachdem er eine konfuzianische Beerdigung für seine Mutter verweigert und sie nach christlichem Brauch bestattet hatte. Mit Jakob Gwon Sang-yeon, der ebenfalls 1791 enthauptet wurde, verbrannte er konfuzianische Bücher. Der Tod der beiden ging als Sinhae Bakhae-Verfolgung in die Geschichte ein. Sie waren die ersten Koreaner, die für den katholischen Glauben starben. Francis Yun Ji-heon starb 1801. Er war der jüngere Bruder von Yun Ji-chung. Die drei Märtyrer wurden im August 2014 von Papst Franziskus heiliggesprochen.


Bei der Analyse der Gebeine wurden an den Halsknochen und an Armen und Schenkeln der Verstorbenen Verletzungen festgestellt, die von einem scharfen Gegenstand herrührten. Das Bistum Jeonju führt diese Spuren auf eine Hinrichtung durch Enthauptung und Auseinanderreißen der Gliedmaßen zurück.

Die Redaktion empfiehlt

Close

Diese Webseite verwendet Cookies und andere Techniken, um die Servicequalität zu verbessern. Die fortgesetzte Nutzung der Webseite gilt als Zustimmung zur Anwendung dieser Techniken und zu den Richtlinien von KBS. Mehr >