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Nordkorea

Nordkoreanische Propagandabilder

#Blick auf Nordkorea l 2021-07-01

Schritte zur Wiedervereinigung

ⓒ Getty Images Bank

In Nordkorea definiert die Korea-Enzyklopädie Propagandaposter als gedruckte Bilder für die politische Aufwiegelung der Bevölkerung und die Werbung. Im koreanischen Wörterbuch werden sie als Kunstart beschrieben, die Zeichnungen und Texte kombiniert, um simple Formen des Ausdrucks zu verwenden, die auf einfache Art scharfe politische Botschaften für die Öffentlichkeit liefert. Sie werden als Mittel der ideologischen Erziehung und als wichtiges Instrument gesehen, die die Bevölkerung visuell und psychologisch motiviert.


Das sagt Choi Hee Sun von der Graduiertenschule für Kunst an der Chung-Ang-Universität in Südkorea. Am 27. Januar dieses Jahres veröffentlichte die offizielle nordkoreanische Zeitung Rodong Sinmun ein Propagandabild, das die Bevölkerung mit dem Slogan “Vorwärts zu einem neuen Sieg!” aufruft, um Selbstständigkeit zu erreichen. In Nordkorea dienen solche Propagandabilder dazu, eine Verbindung zwischen der Arbeiterpartei und der Bevölkerung herzustellen: 


Propagandabilder sind so ein wichtiges visuelles Medium, dass sie in der Rodong Sinmun, einer Zeitung der herrschenden Partei, erscheinen. 60 bis 100 Bilder werden im Jahr für den Zweck produziert, die Menschen zu ermutigen, die Ziele zu erfüllen, die im gemeinsamen Neujahrsleitartikel des Landes präsentiert werden. Zudem werden einander ähnliche Poster hergestellt, wann immer es nötig ist. So wurde etwa Anfang April ein Propagandaposter vom Korea-Verlag der Arbeiterpartei produziert, um das Projekt zum Bau von 50.000 Wohnungen in Pjöngjang zu unterstützen. Propagandabilder sollen die Menschen normalerweise an Poster erinnern, die aggressive Slogans und Bilder von Arbeitern mit großen Gesten darstellen. Ihre Themen oder Zwecke variieren, sie dienen der ideologischen Erziehung, der Arbeitsmobilisierung oder der Förderung sozialer Veranstaltungen und Anstiftung anti-amerikanischer Gefühle im Militär. Darüber hinaus werden sie zur Werbung von Produkten produziert. Werbeposter werden seit den 1960er Jahren hergestellt, obwohl weniger als politische Poster.


Die Bilder werden von Künstlern in staatlichen Studios in der Hauptstadt oder anderen Regionen angefertigt, die Pjöngjanger Kunstschule, das Mansudae Kunststudio und das Verlagshaus der Arbeiterpartei eingeschlossen:


Die Propagandabilder stellen generell das Thema Sozialismus dar und kommen in Form von Tusche-und-Pinselmalerei, die auch als “Chosonhwa” bekannt ist, vor. Sie sind durch einen dynamischen Entwurf, intensive Farben, typische Objekte und die Gothic-Schriftart gekennzeichnet. Nordkoreanische Künstler werden mehrmals im Jahr zu Arbeitsplätzen wie etwa Baustellen, Fabriken und Kooperativen geschickt. Es ist wichtig für sie, eine Skizze im sogenannten sozialistischen Realismus zu entwerfen, die eine glückliche Zukunft darstellen soll. Manchmal zeigen sie Arbeitsvorgänge auf dem Monitor einer Fabrik, architektonische Entwürfe oder Maschinenteile. Sie dienen als wichtige Quellen für Techniker. Vor dem Bau des Masikryong-Skiresorts wurden Ortspläne der geplanten Einrichtungen auf Propagandapostern gezeigt.


Slogans auf Propagandabildern deuten allgemein auf die Anweisungen des Machthabers, die im Neujahrsleitartikel dargelegt werden, hin. Während des Korea-Kriegs war das Thema meistens die militärische Eroberung. Nach dem Krieg betonten die Poster vor allem die Notwendigkeit, die Produktivität zu erhöhen:


Vom früheren Machthaber Kim Il-sung wird gesagt, dass er ein Guerillakämpfer gegen die japanische Kolonialherrschaft war. Die Propagandabilder dieser Zeit wurden meistens durch die Holzschnitt-Methode hergestellt oder waren simple Lithographien. Die Schwarz-Weiß-Bilder zeichneten sich durch Tuschelinien des traditionellen Chosonhwa aus. Während des Kriegs wurden Farbposter mit dem Zweck hergestellt, den Transport von militärischen Gütern zu beschleunigen. Arbeiten aus der Nachkriegszeit zeigen Bilder von roten Flaggen, die den Kommunismus symbolisieren, Waffen und Soldaten. In den 1980er Jahren wurden oft Vereinigungsthemen für die Propagandaposter verwendet, während anti-amerikanische Gefühle Mitte und Ende der 90er Jahre vorherrschten. Seit der Machtübernahme des jetzigen Machthabers Kim Jong-un änderten sich die Motive, je nach den Beziehungen zur Außenwelt einschließlich Südkoreas. 


Es ist leicht, an den Postern die Veränderungen in der nordkoreanischen Gesellschaft abzulesen: 


In der Anfangsphase waren es oft Arbeiter, Bauern und Soldaten, die auf Propagandapostern erschienen, vor allem Arbeiter von Stahlwerken und Baustellen wie auch Arbeiterinnen mit Schürzen in Textilfabriken. Während der Herrschaft von Kim Jong-il wurden Arbeiter und Bauern durch Soldaten ersetzt. Die späteren Poster zeigten Wissenschaftler und Ingenieure. Poster in der jetzigen Ära unter Kim Jong-un zeigen Bilder über das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm, oder sie beziehen sich auf die Erziehung.


Nordkoreanische Propagandabilder finden heutzutage oft Sammler, besonders in China und Europa: 


Propagandaposter wie auch Kunstgegenstände werden in Nordkorea gebraucht, um Devisen einzunehmen. Die nordkoreanische Kunst gilt als Überbleibsel des vergangenen sozialistischen Realismus. Daher wollen manche Leute nordkoreanische und kubanische Propagandabilder sammeln. Diese werden auf Online-Auktion oder im Austausch erworben. Nordkorea druckt seine Poster in kleineren Formaten und verkauft sie als Souvenirs an ausländische Touristen.

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