Süd- und Nordkorea halten offenbar die Wiederaufnahme der seit fast zehn Monaten stagnierenden bilateralen Regierungsgespräche für notwendig.
Diese Auffassung vertraten Ministerpräsident Lee Hai-chan und der Vorsitzende der Obersten Vollversammlung Nordkoreas, Kim Young-nam, heute bei einem Treffen am Rande des Asien-Afrika-Gipfels in Jakarta.
Angesichts der bilateralen Angelegenheiten, darunter der stagnierenden Regierungsgespräche, sollten sich beide Länder anlässlich des 60. Jubiläums der Befreiung von der japanischen Kolonialherrschaft und des 5. Jahrestags der ersten innerkoreanischen Gipfelkonferenz an den Geist der innerkoreanischen Aussöhnung und Zusammenarbeit erinnern, hieß es weiter.
Ministerpräsident Lee betonte, innerkoreanische Gespräche seien auch notwendig, um ein historisches Denkmal aus Japan zurückzubringen. Dem stimmte Kim ebenfalls zu. Das Denkmal zum Gedenken an die Siege über die japanischen Invasoren wurde Ende des 16. Jahrhunderts errichtet. Es wurde 1904 während des russisch-japanischen Kriegs von einem japanischen Soldaten nach Japan gebracht und steht derzeit am Yasukuni-Schrein in Tokio.
Im Hinblick auf Pjöngjangs Rückkehr zu den Sechser-Gesprächen über das umstrittene Nuklearprogramm Nordkoreas wiederholte Kim, dass dafür die Schaffung geeigneter Bedingungen notwendig sei.
Vom heutigen Treffen erwarten diplomatische Beobachter einen Durchbruch in den innerkoreanischen Beziehungen. Die Regierungsgespräche zwischen Seoul und Pjöngjang wurden im Juli letzten Jahres abgebrochen. Der Grund dafür war, dass die südkoreanische Regierung Kondolenzbesuche südkoreanischer Organisationen zum 10. Todestag des nordkoreanischen Staatsgründers Kim Il-sung nicht erlaubt und über 400 nordkoreanische Flüchtlinge aufgenommen hatte.