Nordkorea hat nach Einschätzung der südkoreanischen Regierung 8.000 abgebrannte Brennstäbe aus einem Atomreaktor in Yungbyun entnommen, um vor Nuklearverhandlungen die Situation zu verschärfen.
Das sagte der stellvertretende Vereinigungsminister Lee Bong-jo. Laut Lee werde sich die Nuklearkrise wegen der abgebrannten Brennstäbe nicht sofort zuspitzen. Nordkorea würde eine Wiederaufbereitung von Brennstäben einleiten, um bei Nuklearverhandlungen in einer günstigeren Position zu sein. Seinen Angaben zufolge läge der Regierung die Information vor, dass Nordkorea den Nuklearreaktor in Yungbyun Ende März ausgeschaltet hatte.
Unterdessen äußerte Außenminister Ban Ki-moon „große Besorgnis“ über die nordkoreanische Erklärung. Dies diene der Lösung der Nuklearproblematik nicht. Nordkorea solle bei Sechser-Gesprächen klar äußern, was es wünsche, so Außenminister Ban.
Das nordkoreanische Außenministerium hatte gestern erklärt, die zuständigen Stellen hätten unlängst in kürzester Zeit erfolgreich die Entnahme der Brennelemente aus dem Reaktor abgeschlossen. Durch die Wiederaufbereitung der Brennstäbe könnte Nordkorea nach Einschätzung der USA Plutonium für den Bau von sechs Atombomben gewinnen. Nordkorea beschuldigt die US-Regierung, das Land mit Atomwaffen zu bedrohen, deshalb treffe es die "nötigen Maßnahmen zur Selbstverteidigung", hieß es.