Süd- und Nordkorea haben ihre Verhandlungen von Vizeministern um einen Tag verlängert. Die nächste Verhandlung findet am Donnerstag statt.
In den bis zum frühen Mittwochmorgen koreanischer Zeit dauernden Marathonverhandlungen konnten in einigen Streitpunkten schließlich doch noch Annäherungen erzielt werden.
Beide Koreas kamen unter anderem überein, im Juni in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ein Ministertreffen zu veranstalten. Südkorea will bei dem morgigen Gespräch noch durchsetzen, in einer gemeinsamen Pressemitteilung einen Termin für das Treffen festzulegen.
Südkorea willigte ein, dem Norden 200.000 Tonnen Düngemittel zu liefern. Über weitere Lieferungen soll beim kommenden Ministertreffen noch verhandelt werden. Nordkorea hatte darum gebeten, 500.000 Tonnen sofort zu liefern.
Beide Koreas verständigten sich auch darauf, das geplante Wiedervereinigungsfestival zum Jubiläum des ersten innerkoreanischen Gipfeltreffens am 15. Juni 2000 in Pjöngjang gemeinsam zu feiern. Südkorea wird demnach eine Regierungsdelegation in den Norden schicken. Südkorea hat gefordert, dass die Delegation von einem Minister angeführt wird.
Der größte Meinungsunterschied besteht über den internationalen Streit um das nordkoreanische Atomprogramm. Südkorea drängte Nordkorea dazu, zum Abschluss der Gespräche eine gemeinsame Position zur friedlichen Beilegung des Konfliktes zu veröffentlichen. Südkorea kündigte zudem ein neues „Angebot“ für das kommunistische Land an, sollte Nordkorea zu den Sechser-Atomgesprächen zurückkehren. Von nordkoreanischer Seite gab es bislang noch keine nennenswerte Reaktion auf die Gespräche.