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Innerkoreanisches

Nordkorea signalisiert Bereitschaft für Rückkehr zu Atomgesprächen im Juli

Write: 2005-06-17 23:17:39Update: 0000-00-00 00:00:00

Nordkorea signalisiert Bereitschaft für Rückkehr zu Atomgesprächen im Juli

Nordkorea ist laut dem Machthaber Kim Jong-il zur Rückkehr zu den Sechser-Atomgesprächen schon im Juli bereit, sofern sich das Land von den USA respektiert sieht. Das Land sei auch zur Rückkehr zum Atomwaffensperrvertrag (NPT) bereit.

Die gemeinsame Erklärung beider Koreas zur Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel sei noch gültig und unter anderem der letzte Wille des verstorbenen nordkoreanischen Staatspräsidenten Kim Il-sung gewesen, bekräftigte Kim Jong-il bei seinem Treffen mit Südkoreas Vereinigungsminister Chung Dong-young in Pjöngjang. Nordkorea habe keinen Grund, Atomwaffen zu besitzen. Nordkorea habe lediglich darauf antworten wollen, dass die USA Nordkorea verachteten.

Nordkorea habe nie die Sechser-Gespräche aufgegeben bzw. abgelehnt, sagte er. Wenn er sicher sein könne, dass die USA Nordkorea anerkennen und respektieren, könne sein Land schon im Juli zu den Atomgesprächen zurückkehren. Darüber wolle er jedoch mit den USA noch sprechen. Denn seiner Meinung nach hätten sich die USA noch nicht auf eine Position festgelegt und wollten nur Zeit gewinnen.

Wenn der Streit um das nordkoreanische Atomprogramm friedlich beigelegt werde, wolle Nordkorea auch dem Atomwaffensperrvertrag wieder beitreten und Inspektionen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) akzeptieren.

Der südkoreanische Minister erläuterte Kim darüber hinaus Vorteile einer multilateralen Sicherheitsgarantie für Nordkorea. Kim zeigte Verständnis. Er wolle darüber nachdenken. Minister Chung erläuterte Kim auch ein wichtiges Angebot der südkoreanischen Regierung für den Fall der Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche. Kim wolle auch dies sorgfältig überprüfen.

Zu US-Präsident Bush sagte der nordkoreanische Spitzenpolitiker, er habe keinen Grund, dem, wie er sagte, verehrten Präsidenten Bush gegenüber, negativ eingestellt zu sein. Er erinnere sich daran, dass Russlands Präsident Putin und Japans Premier Koizumi Bush als interessanten und guten Gesprächspartner geschildert hätten.

Kim und Chung trafen auch für die innerkoreanischen Beziehungen wichtige Vereinbarungen. Sie vereinbarten die Wiederaufnahme der innerkoreanischen Militärgespräche und die Veranstaltung einer neuen Runde der innerkoreanischen Familienzusammenführungen zum Unabhängigkeitstag am 15. August.

Der südkoreanische Minister wies insbesondere darauf hin, dass in Südkorea noch über 120.000 Menschen ihre Angehörigen im Norden vermissen, und jährlich 5000 davon wegen ihres hohen Alters sterben. Er schlug daher angesichts des Informationszeitalters Familienzusammenführungen per Bildschirm vor, ein Vorschlag, der bei dem nordkoreanischen Machthaber sehr gut angekommen sein soll.

Kim und Chung vereinbarten auch ein innerkoreanisches Gespräch über die Fischereizusammenarbeit.

Das Treffen zwischen dem südkoreanischen Vereinigungsminister und dem nordkoreanischen Machthaber kam am Freitag, am letzten Besuchstag der südkoreanischen Delegation für das Wiedervereinigungsfestival in Pjöngjang, überraschend zustande. Minister Chung übermittelte Kim Jong-il eine Botschaft des südkoreanischen Präsidenten Roh Moo-hyun über die Atomfrage und die innerkoreanischen Beziehungen. Kim bedankte sich mehrmals bei Präsident Roh für dessen Bemühungen für die Friedensverankerung auf der koreanischen Halbinsel. Er bewerte insbesondere die Ergebnisse des jüngsten südkoreanisch-amerikanischen Gipfeltreffens positiv, hieß es.

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