Die erstmals unter Federführung des Zivilsektors entwickelte koreanische Trägerrakete Nuri (KSLV-II) ist am Donnerstag erfolgreich ins All gestartet.
Nuri, die um 1.13 Uhr gestartet wurde, habe alle 13 Satelliten planmäßig in ihrer Umlaufbahn ausgesetzt, teilte der Vizeministerpräsident und Minister für Wissenschaft, Technologie und IKT Bae Kyung-hoon am frühen Donnerstagmorgen im Naro Space Center in Goheung mit. Um 1.55 Uhr sei der Empfang des Signals vom "Mittelgroßen Satelliten Nächster Generation 3" bestätigt worden.
Der Erfolg belege abermals Südkoreas Fähigkeit zum eigenständigen Weltraumtransport. Darüber hinaus handele es sich um einen wichtigen Wendepunkt für die nationale Raumfahrtindustrie. Denn erstmals hätten der Staat und ein Privatunternehmen zusammen den Start einer Trägerrakete durchgeführt, und die Federführung werde nun vom Staat an den zivilen Sektor übergeben, betonte der Vizeministerpräsident.
Am diesmaligen vierten Start der Nuri ist Hanwha Aerospace als erstes ziviles Unternehmen maßgeblich beteiligt. Hanhwa verantwortete die Produktion der Rakete und arbeitete für den Start mit dem staatlichen Koreanischen Forschungsinstitut für Luft- und Raumfahrt (KARI) zusammen.
Nuri wurde zudem für Beobachtungen von Polarlichtern auf der Erde erstmals in der Nacht gestartet. Start und Flug verliefen nach Angaben der Raumfahrtbehörde sowie von KARI in jeder Stufe reibungslos. Die Rakete setzte rund 790,9 Sekunden nach dem Start auf einer Höhe von 601,3 Kilometern zunächst den "Mittelgroßen Satelliten Nächster Generation 3" ab. Anschließend wurden alle 12 Cubesats in der vorgesehenen Reihenfolge abgetrennt.
Der "Mittelgroße Satellit 3" nahm um 1.55 Uhr erstmals Kontakt mit der Bodenstation der südkoreanischen Forschungsbasis King Sejong in der Antarktis auf.
Der Vorsitzende der Weltraumbehörde, Yoon Young-bin, kündigte zwei weitere Starts der Nuri-Rakete bis 2027 an. Parallel dazu werde auch eine leistungsstärkere Trägerrakete entwickelt, hieß es.