Am 7. Dezember 1964 reiste Präsident Park Chung-hee mit seiner Frau Yuk Young-soo auf Einladung von Bundespräsident Heinrich Lübke zu einem Staatsbesuch in die Bundesrepublik Deutschland. Es war der erste Staatsbesuch eines südkoreanischen Staatsoberhaupts in Europa. Bis zum 14. Dezember führte die Reise nach Bonn, Köln, Berlin und München. Ein besonderer Schwerpunkt der Reise lag auf dem wirtschaftlichen Kernland Westdeutschlands. Im Ruhrgebiet ließ sich Park Industrieanlagen zeigen, im Bergwerk Hamborn traf er südkoreanische Bergleute, die dort unter Tage arbeiteten.
Der Besuch fiel in eine Zeit, in der Südkorea ökonomisch noch am Anfang stand. Anfang der 1960er-Jahre gehörte das Land zu den ärmsten Staaten Asiens, das Pro-Kopf-Einkommen lag bei rund 103 US-Dollar. Westdeutschland gewann in dieser Lage als Partner an Gewicht. 1962 stellte die Bundesrepublik einen ersten Handelskredit in Höhe von 150 Millionen D-Mark bereit. Das war der Auftakt zur späteren Wirtschaftskooperation. Umgekehrt profitierte die boomende westdeutsche Wirtschaft von Arbeitskräften aus Südkorea. 1963 wurde eine Vereinbarung geschlossen, die die Entsendung von Bergleuten und Krankenschwestern ermöglichte. Am 22. Dezember 1963 traf die erste Gruppe von 123 koreanischen Bergleuten in Düsseldorf ein, in den folgenden Jahren folgten weitere Tausende.
Während Parks Staatsbesuchs wurde die Zusammenarbeit weiter vertieft. Beide Seiten unterzeichneten ein Abkommen zur Wirtschaftskooperation, das Südkorea den Zugang zu Krediten in Höhe von 159 Millionen D-Mark eröffnete. Lübke erhielt als erster Ausländer den höchsten koreanischen Orden, den Mugunghwa-Orden.
In den Jahren danach nahmen Handel und westdeutsche Investitionen in Südkorea deutlich zu. Im März 1966 trat erstmals eine koreanisch-deutsche Wirtschaftskonferenz auf Ministerebene zusammen. Am 29. September 1966 folgte ein Abkommen zur technischen Zusammenarbeit, das weitere Investitionen erleichtern sollte. Schließlich reiste Lübke, schon 1964 eingeladen, im März 1967 nach Südkorea.