Präsident Lee Jae Myung will mit Geduld daran arbeiten, das Vertrauen zwischen Nord- und Südkorea wieder aufzubauen.
Das sagte er am Freitag in einer Eröffnungsrede, bevor er sich vom Vereinigungsministerium sowie dem Außenministerium über deren Arbeit berichten ließ. Die Lage zwischen Nord und Süd werde zusehends bedrohlich. Früher hätten beide Seiten oft nur den Eindruck erweckt, erbitterte Erzfeinde zu sein. Inzwischen scheine sich daraus ein dauerhaftes Feindbild zu entwickeln.
Seit dem Krieg in den 1950er Jahren stünden sich beide Seiten entlang der militärischen Demarkationslinie (MDL) gegenüber, erklärte der Präsident. Es sei jedoch das erste Mal, dass Nordkorea entlang der gesamten Linie dreifach verstärkte Drahtzäune errichtet und Brücken gekappt habe.
Seine Regierung müsse deshalb mit Ruhe und Ausdauer vorgehen und aktiv daran arbeiten, Feindseligkeiten abzubauen. So könne zumindest ein Teil des Vertrauens wiederhergestellt werden, sagte Lee.
Auch ohne Bezug auf die Idee einer „nationalen Gemeinschaft“ gebe es praktische Gründe, die Spannungen nicht weiter zu verschärfen, so der Präsident. Letztlich führe eine zunehmende Konfrontation unmittelbar zu wirtschaftlichen Verlusten.