Ehemalige Mitarbeitende von Samsung Electronics sind wegen des Verdachts angeklagt worden, beim Wechsel zu einem chinesischen Halbleiterunternehmen Schlüsseltechnologien koreanischer Unternehmen gestohlen zu haben.
Die Bezirksstaatsanwaltschaft Seoul Zentral gab am Dienstag bekannt, fünf solcher Personen wegen der Verletzung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb und des Gesetzes zum Schutz von Industrietechnologien angeklagt zu haben. Sie seien deshalb auch in Untersuchungshaft genommen worden.
Auch fünf Mitarbeitende des Entwicklungsteams der chinesischen Firma ChangXin Memory Technologies (CXMT) wurden wegen derselben Vorwürfe angeklagt. CXMT ist der erste chinesische DRAM-Hersteller, der 2016 mit finanzieller Unterstützung der lokalen Regierung gegründet wurde.
Laut der südkoreanischen Staatsanwaltschaft sicherte sich CXMT kurz nach der Gründung über einen der Angeklagten, der Abteilungsleiter bei Samsung Electronics war, die gesamte Prozesstechnologie für DRAM der 10-Nanometer-Klasse, Samsungs eigene Technologie.
Im Zuge der DRAM-Entwicklung verschaffte sich die chinesische Firma darüber hinaus über Partnerunternehmen Technologie von SK hynix für den Halbleiterprozess. CXMT gelang schließlich im Jahr 2023 als erstem in China und weltweit viertem die Massenproduktion von DRAM der 10-Nanometer-Klasse.
Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Schadensumme, einschließlich der negativen Folgen für die gesamte Volkswirtschaft, mindestens mehrere Dutzend Billionen Won betragen werde. Allein Samsung Electronics habe 2024 einen Umsatzrückgang von fünf Billionen Won (3,4 Milliarden Dollar) erlitten.