Die Regierung hat beschlossen, die Schäden durch giftige Desinfektionsmittel für Luftbefeuchter klar als „Katastrophe“ zu definieren und die Schadensabhilfe für die Opfer in ein staatlich geführtes Entschädigungssystem zu überführen.
Ein entsprechendes Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Opfer der Katastrophe, die vor Jahren landesweit Schlagzeilen machte, beschloss die Regierung am Mittwoch.
Zwar sei im Juni letzten Jahres durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs die Verantwortung des Staates offiziell anerkannt worden. Dem Vorgehen der Regierung seien bislang aber Grenzen gesetzt worden. Sie wolle durch umfassende Unterstützungsmaßnahmen die staatliche Verantwortung stärken und eine maßgeschneiderte Unterstützung für die Opfer anbieten, hieß es.
Beschlossen wurde unter anderem eine deutliche Stärkung der Rolle des Staates. Demnach werden nicht allein Unternehmen wie bisher die Verantwortung für die Entschädigung tragen, sondern Unternehmen und Regierung gemeinsam.
Die staatliche Finanzierung hierfür, die es zwischen 2019 und 2021 gab, wird wieder eingeführt. Im kommenden Jahr sollen zehn Milliarden Won (6,9 Millionen Dollar) aus der Staatskasse bereitgestellt werden.
Darüber hinaus soll die zehnjährige Verjährungsfrist abgeschafft werden, damit die Opfer hinsichtlich ihrer Entschädigungsansprüche gestärkt werden.
Seit 1994 verkaufte Desinfektionsmittel für Luftbefeuchter hatten zu schweren Lungenschäden geführt. Mit Stand 30. November 2025 bekamen 5.942 der 8.035 Personen, die sich wegen Schäden gemeldet hatten, diese offiziell anerkannt.