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Politik

[80 Jahre Unabhängigkeit – ein Rückblick] Präsident Kim Dae-jung erhält als erster Koreaner den Friedensnobelpreis (10. Dezember 2000)

Write: 2025-12-29 10:38:23Update: 2025-12-29 13:43:38

[80 Jahre Unabhängigkeit – ein Rückblick] Präsident Kim Dae-jung erhält als erster Koreaner den Friedensnobelpreis (10. Dezember 2000)

Photo : YONHAP News

Am 10. Dezember 2000 nahm Präsident Kim Dae-jung den Friedensnobelpreis entgegen. Es war das erste Mal überhaupt, dass ein Koreaner einen Nobelpreis erhielt. Gewürdigt wurde sein jahrzehntelanger Einsatz für Demokratie und Menschenrechte – und sein Beitrag zur Entspannung auf der koreanischen Halbinsel, insbesondere durch die gemeinsame Erklärung vom 15. Juni desselben Jahres. Die Verleihung fand in Oslo statt, vor rund 1.100 Gästen aus Politik und Diplomatie, darunter auch König Harald V. Die Urkunde, die Goldmedaille sowie ein Preisgeld von neun Millionen norwegischen Kronen überreichte ihm der Vorsitzende des Nobelkomitees, Gunnar Berge.

Kim, geboren am 6. Januar 1926 im Kreis Sinan in der Provinz Nord-Jeolla, begann in den 1950er Jahren mit der Politik. Bis in die 1980er Jahre galt er als eine der bekanntesten oppositionellen Stimmen. Sechsmal zog er in die Nationalversammlung ein; dabei geriet er immer wieder ins Visier der militärischen Regime. Entführung, Hausarrest und Gefängnis prägten seine politische Biografie und machten ihn zugleich zu einem Symbol zivilen Widerstands.

Nach seinem Wahlsieg 1997 setzte Präsident Kim außenpolitisch auf die „Sonnenscheinpolitik“, eine Strategie der Annäherung an Nordkorea, die sich an der deutschen Ostpolitik der 1970er Jahre orientierte. Die Grundidee war, dass nicht Härte, sondern Versöhnung und Austausch Nordkorea zu einer Öffnung bewegen sollten. Kim formulierte dafür drei Leitlinien: keine Duldung nordkoreanischer bewaffneter Provokationen, keine „Absorption“ des Nordens durch den Süden und aktive Förderung von Friedenskooperation sowie Austausch.

In der Folge wurden Projekte vorangetrieben, die den innerkoreanischen Kontakt greifbarer machten. Dazu zählten der Tourismus am Berg Kumgang, die Wiederaufnahme von Familienzusammenführungen und der Bau des Industriekomplexes in Kaesong. Der Höhepunkt dieser Politik war das Gipfeltreffen vom 13. bis 15. Juni 2000. Kim Dae-jung traf sich in Pjöngjang mit Nordkoreas Staatsführer Kim Jong-il zum ersten innerkoreanischen Gipfeltreffen seit der Teilung. Am 15. Juni einigten sich beide schließlich auf die gemeinsame Erklärung.

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