Südkoreas Notenbank rechnet für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent.
Das sagte Rhee Chang-yong, Gouverneur der Bank of Korea, am Freitag in seiner Neujahrsansprache. Die erwartete Wachstumsrate liege damit nahe am Produktionspotenzial.
Zugleich warnte Rhee vor einer ungleichen Erholung. Ohne den IT-Sektor als zentralen Wachstumstreiber, der von der Belebung des Halbleitermarkts profitiere, läge das Wachstum nur bei 1,4 Prozent. Die Unterschiede zwischen den Branchen nähmen zu. Damit könne die wahrgenommene Wirtschaftslage deutlich von den Gesamtzahlen abweichen.
Rhee sprach in diesem Zusammenhang von einer „K-förmigen Erholung“. Gemeint ist, dass einige Bereiche anziehen, während andere zurückbleiben. Eine solche Entwicklung mit zunehmender Polarisierung sei weder nachhaltig noch Ausdruck einer vollständigen Erholung. Deshalb müsse Südkorea den Strukturwandel konsequent vorantreiben. Dazu gehöre insbesondere, neue Industrien aufzubauen und so die Wachstumsbasis zu verbreitern.
Zum Wechselkurs sagte der Notenbankchef, die Nervosität am Markt gegenüber dem Won-Dollar-Kurs sei weiter groß. Südkorea sei jedoch ein Netto-Auslandsgläubiger und außenwirtschaftlich solide aufgestellt. Aus dem aktuellen Kursniveau allein lasse sich daher keine Lage ableiten, die mit früheren Krisen vergleichbar wäre.