Nordkorea hat seine verbalen Angriffe wegen des angeblichen Eindringens von Drohnen aus Südkorea fortgesetzt, obwohl das südkoreanische Militär eine Verwicklung zurückgewiesen hat.
Kim Yo-jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong-un, sagte am Sonntag, Drohnen aus Südkorea hätten den Luftraum Nordkoreas eindeutig verletzt. Die südkoreanische Regierung könne sich der Verantwortung nicht entziehen, hieß es in der durch die Nachrichtenagentur KCNA veröffentlichten Stellungnahme.
Sie erklärte, es komme nicht darauf an, ob die Drohnen vom Militär oder von Zivilisten betrieben worden seien. Sie forderte Südkorea anschließend auf, konkrete Erklärungen zu liefern.
Nordkorea hatte am Samstag behauptet, dass Drohnen aus Südkorea am 4. Januar und zuvor im September letzten Jahres in seinen Luftraum eingedrungen seien. Daraufhin hatte das südkoreanische Verteidigungsministerium mitgeteilt, es handele sich nicht um ein Modell, über das das Militär verfüge. Das südkoreanische Militär habe zudem an den genannten Tagen keine Drohnen eingesetzt. Es werde jedoch der Möglichkeit nachgehen, dass es sich um zivile Drohnen handeln könnte.
Präsident Lee Jae Myung ordnete unterdessen gründliche Ermittlungen durch ein gemeinsames Ermittlungsteam von Militär und Polizei an. Ein solcher Drohneneinsatz durch Zivilisten könne ein schweres Verbrechen darstellen, sagte er.
Das südkoreanische Präsidialamt Cheong Wa Dae teilte angesichts der Stellungnahme von Kim mit, die Regierung bestätige erneut, dass sie keinerlei Absicht habe, Nordkorea zu provozieren oder zu reizen. Seoul werde durch eine gemeinsame Untersuchung von Militär und Polizei die Wahrheit ans Licht bringen und die Ergebnisse zügig bekanntgeben, hieß es.