Südkoreas Chefunterhändler für Handelsgespräche hat während seines Besuchs in den USA erklärt, es sei unangemessen, die Ermittlungen im Fall Coupang zu einem Handelskonflikt eskalieren zu lassen.
Laut dem Handels- und Industrieministerium traf sich Handelsminister Yeo Han-koo von Sonntag bis Mittwoch in Washington mit einflussreichen Mitgliedern des US-Senats und des Repräsentantenhauses sowie Vertretern von Denkfabriken.
Bei den Gesprächen riet er der US-Seite davon ab, das Vorgehen wegen des beispiellos großen Datenlecks bei der E-Commerce-Plattform Coupang in Korea als Versuch zu werten, amerikanische Unternehmen zu unterdrücken. Es sei unangemessen, den Fall als eine diplomatische und handelspolitische Angelegenheit zwischen Korea und den USA zu interpretieren, erklärte er.
Yeo versuchte darüber hinaus, die US-Seite davon zu überzeugen, dass zwei von ihr als bedenklich angesehene Gesetze weder diskriminierend noch eine unnötige Hürde für US-Unternehmen seien. Es handelt sich um die jüngst verabschiedete Überarbeitung des Gesetzes zu Informations- und Kommunikationsnetzwerken und ein geplantes Gesetz zu Online-Plattformen.
Laut dem Industrieministerium bedankten sich Vertreter des US-Kongresses und der Branche für Seouls aktive Kommunikationsbemühungen. Sie hätten gebeten, sicherzustellen, dass bei künftigen Gesetzen und Maßnahmen im digitalen Bereich amerikanische Firmen weder diskriminiert noch mit unnötigen Hemmnissen konfrontiert werden.