73 südkoreanische Staatsangehörige, denen eine Beteiligung an Betrugsdelikten an Landsleuten in Kambodscha vorgeworfen wird, werden zwangsweise nach Südkorea zurückgeführt.
Die auf Anweisung von Präsident Lee Jae Myung gebildete behördenübergreifende Taskforce zur Bekämpfung transnationaler Kriminalität werde 73 südkoreanische Verdächtige zurückführen, die rund 48,6 Milliarden Won von südkoreanischen Opfern ergaunert hätten, gab das Präsidialamt Cheong Wa Dae bekannt.
Eine Chartermaschine werde hierfür am Donnerstagabend vom Internationalen Flughafen Incheon aus starten und am Freitag um 9.10 Uhr zurück sein, teilte die präsidiale Sprecherin Kang Yu-jung am Donnerstag mit. Das werde die bisher größte Rückführung von Strafverdächtigen sein.
Unter ihnen ist laut der Sprecherin ein Ehepaar, dem ein „Romance Scam“ vorgeworfen wird und das bei der letzten Rückführung im vergangenen Oktober nicht zurückgeführt werden konnte. Das Paar habe mittels Deepfake-Technologie zwölf Milliarden Won (8,2 Millionen Dollar) von 104 Südkoreanern erschlichen. Um sich der Strafverfolgung in Südkorea zu entziehen, habe das Paar sein Aussehen durch plastische Chirurgie geändert, hieß es.
Auf der Liste steht auch ein Sexstraftäter, der nach Sexverbrechen an Minderjährigen nach Kambodscha geflohen und dort an Betrugsdelikten beteiligt war, sowie eine verantwortliche Person eines Betrugsrings, der von Berufsanfängern und Rentnern 14,9 Milliarden Won (zehn Millionen Dollar) ergaunert habe.
Zurückgeführt werden auch Mitglieder von Betrugsgruppen, die von Familienangehörigen von Personen Geld erpresst haben, welche in Betrugszentren in Kambodscha festgehalten worden waren.